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Madeira : Noch mindestens vier Vermisste nach Unwetter

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Eine Mutter mit ihrem Sohn steht auf einer völlig schlammbedeckten Straße in Funchal Bild: dpa

Nach den verheerenden Unwettern auf Madeira suchen Rettungsmannschaften nach Vermissten. Deren Anzahl wird mit mindestens vier angegeben. Insgesamt kamen 42 Menschen in den Sturzfluten und Schlammlawinen ums Leben, 250 Menschen wurden obdachlos.

          Bei schweren Unwettern sind auf der portugiesischen Insel Madeira mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt, 250 obdachlos. Stundenlanger Regen hatte am Samstag auf der bei Touristen beliebten Atlantik-Insel zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Besonders betroffen war die Hauptstadt Funchal. Zu den Todesopfern zählt auch ein Brite Deutsche Urlauber kamen nach Auskunft des Auswärtigen Amtes offenbar nicht zu Schaden. Noch am Montag galten mindestens vier Personen als vermisst. Die Zahl der Toten werde vermutlich noch weiter steigen, ein Sprecher der Behörden. Den etwa 1400 deutschen TUI-Urlaubern, die sich auf der portugiesischen Ferieninsel befinden, gehe es gut. Das teilte eine Sprecherin des Reiseveranstalters am Montag in Hannover mit. Mittlerweile habe sich die Wetterlage auf der Atlantik-Insel beruhigt. Flüge nach Madeira verliefen wieder planmäßig.

          Die Wassermassen hatten Autos ins Meer gespült, mehrere Brücken zerstört und Bäume umgerissen. Die Sturmböen erreichten mancherorts Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern. In einigen Gegenden fiel der Strom aus. Mehrere Ortschaften sind wegen unpassierbarer Straßen nach Angaben der Behörden von der Außenwelt abgeschnitten. Die Rettungskräfte setzten schweres Gerät ein, um die Straßen von Felsbrocken und Geröll zu befreien. Die portugiesische Regierung berief in Lissabon eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ein, auf der über Hilfen für Madeira beraten werden sollte.

          Soldaten mit Rettungshubschraubern im Einsatz

          Die Rettungskräfte befürchten, dass unter dem Schlamm in Funchal noch Menschen begraben sein könnten. Die portugiesische Regierung schickte ein Flugzeug mit Rettungstauchern, Ärzten und Bergungsspezialisten auf die rund 900 Kilometer von Lissabon entfernte Insel. Die auf Madeira stationierten Einheiten der Streitkräfte seien bereits mit Rettungshubschraubern im Einsatz, hieß es in einer Pressemitteilung.

          Selbst der höhergelegene Teil der Inselhauptstadt Funchal ist verwüstet

          Der portugiesische Ministerpräsident José Socrates sagte, er sei „tief bestürzt“. Er versprach, die Regierung werde dafür sorgen, dass der Wiederaufbau so schnell wie möglich beginnen könne. Sobald es das Wetter zulasse, werde er nach Madeira reisen und sich selbst ein Bild von der Lage machen. Die Regionalregierung kündigte an, die Europäische Union um Hilfe zu bitten.

          „Ich bin geschockt und sprachlos“

          Der Präsident der Europäischen Kommission, der Portugiese José Manuel Barroso, sprach den Familien der Opfer am Samstagabend in Brüssel sein Beileid aus. Die Europäische Kommission werde die portugiesischen Behörden in „dieser schrecklichen Katastrophe“ unterstützen.

          Auch der Fußball-Weltstar Cristiano Ronaldo hat nach der Katastrophe in seiner Heimat den Hilfsorganisationen seine Hilfe zugesichert: „Ich bin geschockt und sprachlos. Das ist eine Tragödie. Ich werde helfen, so gut ich kann“, sagte der portugiesische Nationalspieler. Ronaldo wurde in Madeiras Hauptstadt Funchal geboren.

          Madeira ist mit etwa 265.000 Einwohnern die größte Insel des gleichnamigen Archipels. Zu diesem gehören noch die kleine Insel Porto Santo sowie zwei unbewohnte Inselgruppen. Nach Behördenangaben war es das schwerste Unwetter auf Madeira seit 1993.

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