https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/legoland-guenzburg-dutzende-verletzte-bei-achterbahn-unfall-18237278.html

Günzburg : Dutzende Verletzte bei Achterbahn-Unfall im Legoland

  • Aktualisiert am

Eingang zum Legoland Freizeitpark in Günzburg Bild: LEGOLAND® Deutschland Freizeitpark GmbH

Nach einer starken Bremsung kam es wohl zur Kollision zweier Achterbahnzüge. Mindestens 31 Menschen sind verletzt worden, einer davon schwer.

          2 Min.

          Bei einem Unfall auf einer Achterbahn im Legoland im schwäbischen Günzburg sind mindestens 31 Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Bei den Verletzten handelt es sich um zehn Kinder, einen Jugendlichen und 20 Erwachsene, wie das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West nach dem Unfall am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte die Polizei von 34 Verletzten und einem Schwerverletzten gesprochen. Ein Achterbahnzug habe am Donnerstag stark abgebremst, ein weiterer Zug sei auf diesen aufgefahren. Drei Rettungshubschrauber seien im Einsatz, Feuerwehr und Rettungsdienst seien zu einem Großeinsatz ausgerückt.

          Einer Sprecherin des Legolandes zufolge geschah der Unfall im Bahnhofsbereich der Achterbahn „Feuerdrache“. Alle verfügbaren Rettungskräfte des Legolandes seien im Einsatz gewesen. Der Freizeitpark blieb trotz des Unfalls zunächst geöffnet. Warum die Züge der Achterbahn zusammenstießen, blieb erst einmal unklar. Die Polizei will nun unter anderem Videoaufzeichnungen sichten. Dabei sei weder ein Waggon entgleist noch seien Menschen herausgestürzt. Doch die Menschen im zweiten Zug konnten erst aussteigen, nachdem die Fahrgäste aus dem ersten Zug am Boden waren. 

          Die Achterbahn „Feuerdrache“ führt zunächst durch einen überdachten, abgedunkelten Bereich des Parks. Im Verlauf der Fahrt geht es dann an der frischen Luft über eine Strecke mit Gefällen und einigen Kurven. Nach Parkangaben fährt die Achterbahn bis zu acht Meter pro Sekunde schnell, was rund 29 Kilometern in der Stunde entspricht.

          Park blieb zunächst geöffnet

          Während Notärzte und Sanitäter die zahlreichen Verletzten versorgen, wurde der Park jedoch nicht geräumt. Besucher erzählen am Abend, sie hätten von dem Unfall zunächst überhaupt nichts mitbekommen. Von Seiten des Parkbetreibers habe es keine Durchsage oder ähnliches gegeben, in anderen Bereichen des Geländes habe der übliche Trubel geherrscht. „Der restliche Betrieb im Park lief ganz normal weiter“, bestätigte auch Polizeisprecher Geißler.

          Auch wenn die 16 schwerer Verletzten diskret über den Mitarbeiterparkplatz ins Krankenhaus gebracht wurden, blieb der Vorfall doch nicht gänzlich unbemerkt. „Selbst mitbekommen haben wir nichts, aber wir haben eine Mail gekriegt, ob wir betroffen sind“, erzählte ein Familienvater aus dem hessischen Gießen. Auch eine Familie aus dem oberfränkischen Bamberg wurde von besorgten Freunden informiert, die über die Medien von dem Unfall erfahren hatten. „Wir haben es erst mitbekommen, als wir angerufen wurden, ob es uns gut geht. Wir haben gar nichts gesehen, wir waren am anderen Ende.“

          Legoland wurde 2002 eröffnet

          Am vergangenen Samstag hatte es in einem Freizeitpark in Klotten an der Mosel in Rheinland-Pfalz einen tödlichen Vorfall bei einer Achterbahnfahrt gegeben. Eine 57-jährige Frau war aus der fahrenden Attraktion gestürzt. Sie erlitt tödliche Verletzungen. Warum die Frau aus der Achterbahn stürzte, ist noch unklar. Der Park hat seit Dienstag wieder für Besucher geöffnet, die Achterbahn blieb aber zunächst stehen. Grund dafür war, dass der Landkreis den Betrieb der Bahn vorübergehend untersagt hatte.

          Das Legoland war 2002 an der Autobahn 8 (Stuttgart-München) eröffnet worden. Günzburg hatte sich gegen rund 300 andere mögliche Standorte in aller Welt - darunter Tokio - durchgesetzt. Inzwischen gibt es zehn Themenbereiche mit mehr als 60 Attraktionen in dem Park. Zum Legoland gehört auch ein eigenes Feriendorf für Kurzurlauber. In dem Günzburger Legoland arbeiten während der Saison rund 1100 Mitarbeiter. Nach der Eröffnung hatte der Park zunächst pro Saison etwa 1,3 Millionen Gäste vermeldet, später gab das Unternehmen keine genauen Besucherzahlen mehr bekannt.

          Zum Betreiber Merlin Entertainments mit Sitz in England gehören neben dem deutschen Legoland-Park noch zahlreiche weitere Freizeitparks. Nach Angaben des Unternehmens zählen 140 Einrichtungen zu dem Konzern.

          Derzeit wird in dem Legoland eine neue Achterbahn gebaut. Im kommenden Jahr soll ein neues Themengelände mit der Bahn eröffnet werden. Mit mehr als 15,5 Millionen Euro sei dieser Teil die größte Einzelinvestition des Betreibers Merlin Entertainments in den Freizeitpark seit der Eröffnung vor 20 Jahren, berichtete Legoland vor wenigen Monaten. Die neue Achterbahn soll so gebaut werden, dass auch Grundschulkinder damit fahren dürfen.

          Topmeldungen

          Wladimir Putin beim informellen GUS-Gipfel in Sankt Petersburg

          Wladimir Putin wird 70 : Ein einsamer Tag voller Arbeit

          Der Jubeltag des Präsidenten sollte ein ganz normaler Tag sein. Die Armeeführung ist bemüht, „zurückgeschlagene Angriffe“ und „vernichtete“ ukrainische Soldaten zu vermelden.

          Friedensnobelpreis : Gemeinsamer Kampf auf beiden Seiten der Front

          Das Nobelkomitee ehrt in diesem Jahr Aktivisten und Organisationen aus Belarus, Russland und der Ukraine. Auch in Kiew wäre die demokratische Entwicklung ohne den Druck der Zivilgesellschaft nicht möglich gewesen.
          Zuletzt beim Alten Fritz? In Berlin ging schon lange nichts mehr glatt.

          Fraktur : Die Qual der Wahl

          Müssen in Berlin wirklich noch einmal alle Parteien auf dem Stimmzettel stehen? Auch die Entscheidung zwischen Schlottern und Surfen fällt nicht leicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.