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Französische Alpen : Verunglückte Bergsteiger ignorierten offenbar Warnung

  • Aktualisiert am

Der Gipfel Dôme de neige des Écrins Bild: Reuters

Sind die Opfer der Lawine in den französischen Alpen trotz Warnung auf den Berg gegangen? Bei der Aufklärung des Unglücks mit sieben Toten soll die einzige Überlebende helfen.

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          Vor dem schweren Lawinenunglück mit sieben Toten sollen einige der Alpinisten vor den Gefahren ihrer Bergtour gewarnt worden sein. Zwei der drei von den Schneemassen erfassten Gruppen hatten vor ihrem Anstieg zum gut 4000 Meter hohen Gipfels Dôme de neige des Écrins in einer Schutzhütte übernachtet. Dort seien sie auf mögliche Risiken des Aufstiegs hingewiesen worden, berichtete die Regionalzeitung „Le Dauphiné Libéré“ am Mittwoch unter Berufung auf den Hüttenwart. Unter den Schneemassen kamen vier Deutsche und drei Tschechen ums Leben, eine Alpinistin aus Deutschland überlebte das Unglück.

          Die drei Seilschaften waren am Dienstag unabhängig voneinander unterwegs. Die drei Tschechen bildeten eine Gruppe, die vier deutschen Opfer sowie die Überlebende waren in einer Zweier- und einer Dreiergruppe auf dem Weg. Die rund 250 Meter messende Lawine erfasste dann alle drei Gruppen am Écrins-Massiv südöstlich von Grenoble. Vier spanische Bergsteiger hatten ihren Aufstieg abgebrochen und waren umgekehrt.

          Überlebende Deutsche ist ansprechbar

          Die Ermittler erhoffen sich Aufschluss über das Unglück auch von der überlebenden Deutschen. Die 36 Jahre alte Frau sei ansprechbar und solle befragt werden, sagte der Staatsanwalt von Gap, Raphaël Balland. Die einzige Überlebende war nach dem Unglück in einem Krankenhaus in Briançon nahe der Grenze zu Italien operiert worden.

          Sie stamme aus dem Raum Jena in Thüringen, hieß es. Einer der Toten soll aus Dahn in Rheinland-Pfalz kommen. Nähere Informationen zur Herkunft der anderen Opfer gab es zunächst nicht. Nach Angaben des deutschen Generalkonsulats in Marseille sind inzwischen alle Angehörigen informiert. Dort wird eine möglicherweise notwendige Betreuung vor Ort vorbereitet.

          Eine eher leichte Tour

          Die Bergwacht hatte die Lawine gegen Mittag entdeckt und die Rettungskräfte alarmiert. Im Einsatz waren drei Hubschrauber, Gendarmen, Hundeführer und Ärzte. Das Unglück ereignete sich bei Pelvoux im Écrins-Bergmassiv. Der Aufstieg zum Dôme de neige des Écrins gilt unter den mehr als 80 Alpengipfel mit einer Höhe jenseits der 4000 Meter als eher leichte Tour.

          Als Ursache werden Verwehungen nach ergiebigen Schneefällen von rund 35 Zentimetern am vergangenen Wochenende vermutet. Ein etwa ein Meter hohes Schneebrett löste demnach die Lawine aus.

          Die Region ist bei Wintersporttouristen beliebt und wird von Alpinisten, Bergwanderern und Skifahrern besucht. In diesem Jahr waren in der Region bei zwei Lawinenunglücken im Januar und im April bereits sechs Skifahrer ums Leben gekommen.

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