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Von einer Lawine verschüttet : Bergsteiger Carlalberto Cimenti verunglückt

Von einer Lawine verschüttet: Der italienische Bergsteiger Carlalberto Cimenti ist in den italienischen Alpen verunglückt. (Symbolbild) Bild: dpa

Er wurde durch die Besteigung des Nanga Parbat bekannt. Nun ist der italienische Bergsteiger Carlalberto Cimenti tödlich verunglückt. Auch für drei am K2 verschollene Bergsteiger besteht kaum noch Hoffnung.

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          Der italienische Bergsteiger Carlalberto Cimenti ist tödlich verunglückt. Beim Skifahren mit einem Freund in den italienischen Alpen wurde der Fünfundvierzigjährige von einer Lawine verschüttet. Der Italiener und sein Begleiter wurden unter zwei Metern Schnee tot aufgefunden, wie italienische Medien am Montag unter Berufung auf Bergungskräfte berichteten. Cimenti war unter anderem im Juli 2019 durch die Besteigung des Nanga Parbat (8125 Meter) im Karakorum und die anschließende Skiabfahrt bekanntgeworden. Nur Wochen später hatte er die Erstbesteigung des Gasherbrum VII (6955 Meter) geschafft. Sein Begleiter Francesco Cassardo stürzte damals auf der Skiabfahrt Hunderte Meter weit ab, konnte aber in einer dramatischen Rettungsaktion mit Hilfe anderer Bergsteiger verletzt geborgen werden.

          Bernd Steinle
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Im März 2020 war Cimenti an Covid-19 erkrankt. Die Krankenhäuser in Norditalien waren damals heillos überlastet, Cimenti bekam nur Medikamente und überwand seine Lungenbeschwerden schließlich zu Hause. Vor drei Tagen erst hatte Cimenti, der unter anderem auf dem Cho Oyu (8201 Meter), dem Manaslu (8163 Meter) und dem Dhaulagiri (8167 Meter) stand, als Hoffnungszeichen eine Erinnerung an den Pakistaner Muhammad Ali Sadpara auf Facebook gepostet. Sadpara wird derzeit am K2 (8611 Meter) vermisst. Cimenti hatte mit ihm 2019 den Gipfel des Nanga Parbat erreicht.

          Die Suche nach den drei seit Freitag am K2 verschollenen Bergsteigern, dem Isländer John Snorri Sigurjónsson, dem Chilenen Juan Pablo Mohr und Sadpara, blieb bis Dienstag erfolglos. Die drei wurden zuletzt auf etwa 8000 Meter Höhe gesehen. Von dort aus wollten sie offenbar weiter Richtung Gipfel steigen. Seither hat sich ihre Spur verloren. Drei Tage lang suchte die pakistanische Armee vergeblich mit Hubschraubern nach Lebenszeichen. Die Piloten erreichten jedoch nur eine Höhe von etwa 7000 Metern, darüber war der Berg in dichte Wolken gehüllt. Die Chancen, die Vermissten noch lebend zu finden, gelten als minimal.

          Die meisten Bergsteiger haben das Basislager des K2 inzwischen verlassen. Nach Medienberichten wollen zwei pakistanische Alpinisten die Suche auf dem Boden fortsetzen. Obwohl sie erfahrene Höhenbergsteiger sind, ist es unwahrscheinlich, dass sie bei dem schlechten Wetter in die Höhe vorstoßen können, in der die Vermissten zuletzt gesehen wurden. Vor wenigen Tagen war am K2 der Bulgare Atanas Skatov beim Abstieg tödlich verunglückt, Mitte Januar war der Spanier Sergi Mingote tödlich abgestürzt. Auch Mingote hatte im Juli 2019 wie Carlalberto Cimenti den Gipfel des Nanga Parbat erreicht.

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