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Landkreis Ahrweiler : Inzidenz steigt nach dem Hochwasser

Das Wasser und der Schlamm der Ahr sind mutmaßlich stark verunreinigt. Bild: AFP

Die Inzidenz im Landkreis Ahrweiler lag am Freitag bei knapp 48 – deutlich höher als im Rest des Landes. Außerdem herrscht dort laut Bundeswehr „eine latente Seuchengefahr“ – speziell was Durchfallerkrankungen angeht.

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          In dem vom Hochwasser betroffenen Landkreis Ahrweiler gibt es deutlich mehr Corona-Infektionen pro Einwohner als in den anderen rheinland-pfälzischen Kreisen und kreisfreien Städten. Am Freitag lag die Inzidenz im Kreis bei knapp 48; in Rheinland-Pfalz betrug der Wert 17,8, bundesweit 16,5. Angesichts der rund 5500 Rettungskräfte und der mehreren tausend freiwilligen Helfer, die an der Ahr sind, wächst vor Ort die Sorge, dass sich die Region zu einem Corona-Hotspot entwickelt.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Die Landesregierung widersprach dem nun. Bisher gebe es dafür keine Anzeichen, teilte das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Freitag mit. „Die hohe Inzidenz im Landkreis Ahrweiler hat keinen Hochwasser-Bezug. Vielmehr führen insbesondere Corona-Infektionen in einem Wohngebiet in Adenau, die vermutlich über enge private Kontakte zustande kamen, zu dem Großteil der gemeldeten Fälle“, sagte eine Ministeriumssprecherin der F.A.Z. Trotz des Hochwassers gelte es, die Impfkampagne gegen Covid-19 vor Ort im gleichen Tempo fortzusetzen wie anderswo.

          In den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten ist deswegen derzeit ein Impfbus des Impfzentrums Koblenz unterwegs, in dem sich Anwohner und Helfer impfen lassen können. Seit dem 20. Juli wurden so knapp 2000 Impfungen durchgeführt. Ein weiterer Impfbus wurde zwischenzeitlich in Adenau beim Nürburgring eingesetzt, dort gab es knapp 290 Impfungen. Mobile Impfteams sind zudem bedarfsorientiert vor Ort unterwegs.

          Im Impfbus bieten die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes auch Impfungen gegen Tetanus an. Ein Sprecher des Sanitätsdienstes der Bundeswehr warnte kürzlich, es gebe ein „Hygieneproblem, aus dem eine latente Seuchengefahr entstehen kann, speziell was Durchfallerkrankungen wie Cholera, Diphterie und Hepatitis A angeht“. Das liege an den vielen Tierkadavern im Überflutungsgebiet, aber auch an Gräbern, die das Wasser geöffnet habe. Im Tal sind viele Friedhöfe verwüstet. Die Bundeswehr empfahl deswegen dringend eine Impfung der Bevölkerung und der Helfer gegen Cholera, Diphterie, Hepatitis A und wegen der vielen Wundverletzungen auch gegen Tetanus.

          Das Wasser und der Schlamm der Ahr sind mutmaßlich stark verunreinigt. Die Flut zerstörte auch Tankstellen, Industrie- und Kläranlagen. Wie hoch die Belastung mit Kraftstoff, Fäkalien und Giftstoffen ist, bleibt auch mehr als zweieinhalb Wochen nach der Katastrophe noch unklar. Nach Angaben der zuständigen Landesbehörde Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord wird die Gewässerüberwachung wieder aufgenommen, „sobald es die Lage wieder zulässt“. Im Ahrtal sind alle drei vorhandenen Kläranlagen schwer beschädigt worden und derzeit inaktiv. Wo noch Abwasserrohre vorhanden sind, fließt das Abwasser derzeit ungeklärt in die Ahr.

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