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Unfall an Silvester : Lagerfeuer hat Waldbrand am Jochberg ausgelöst

  • -Aktualisiert am

Ein Hubschrauber löscht am Montag in Kochel am See (Bayern) ein Feuer am Jochberg. Brandursache war wohl ein Lagerfeuer. Bild: dpa

Zwei Männer feiern am Jochberg Silvester. Einer stürzt und verletzt sich, am selben Abend bricht ein Feuer aus. Jetzt steht fest: Die Ursache war nicht ein Signalfeuer.

          Ein 32 und ein 35 Jahre alter Mann wollten einen unvergesslichen Silvesterabend am Jochberg bei Kochel am See verbringen und den Jahreswechsel samt Feuerwerk über dem Loisachtal erleben. Die Idee endete in einem Fiasko. Der Traum von der Nacht am Berg wurde zum Albtraum: Kurz nach Mitternacht stürzte einer der Bergsteiger hundert Meter ab und brach sich dabei ein Bein. Zwar konnte die Bergwacht den Verunglückten noch in der Nacht bergen, doch gleichzeitig fing der Bergwald Feuer. Weil Bäume, Büsche und Gras über die vergangenen Wochen regelrecht ausgetrocknet sind und entsprechend schnell brennen, gerieten in kürzester Zeit etwa 100 Hektar Wald und Wiesen in Brand. Das entspricht einer Fläche so groß wie 140 Fußballfelder.

          Seit Montagmittag ist das Feuer nach Angaben von Josef Niedermaier, dem Landrat von Bad Tölz-Wolfratshausen, unter Kontrolle. Schon seit dem Morgen habe es sich nicht mehr ausgeweitet. „Auch wenn kein Rauch mehr zu sehen ist, sind noch zahlreiche Glutnester vorhanden. Der Löscheinsatz geht deshalb weiter“, sagte Niedermaier dieser Zeitung. Die Einsatzkräfte hoffen auf den für die Nacht auf Mittwoch angekündigten Regen und Schnee, die auch die verbliebenen, von einem Hubschrauber aus mit Wärmebildkamera georteten Glutnester vollständig löschen sollen.

          Zunächst war angenommen worden, eine Leuchtrakete oder ein Signalfeuer, mit dem die Bergsteiger den Bergrettern ihre Position bekannt geben wollten, habe den Waldbrand ausgelöst. Doch schnell erwiesen sich diese Spekulationen als falsch. „Manches deutet daraufhin, dass ein Lagerfeuer die Ursache für den Brand ist“, hieß es am Montag auf Nachfrage beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Demnach ist auf den Aufnahmen einer Webcam, die vom benachbarten Herzogstand aus die Brandregion einsehen kann, am Silvesterabend schon vor Mitternacht und damit lange vor dem Unfall ein Feuer zu erkennen.

          Sturz geschah wohl bei Löschversuch

          Es werde deshalb nicht davon ausgegangen, dass das Feuer als Notsignal entfacht wurde. Vielmehr sollen die beiden Münchner ein Lagerfeuer gemacht haben, das außer Kontrolle geriet. Beim Versuch, den Brand zu löschen, stürzte ersten Ermittlungen zufolge einer der beiden Männer ab. Gegen die beiden Männer, die den Brand ausgelöst haben sollen, wurde deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet.

          Die Brandursache könne aber erst nach der Befragung des abgestürzten Bergsteigers, der in der Unfallklinik Murnau behandelt wird, abschließend geklärt werden. Zur Unfallursache verwies Niedermaier auf die weiteren Ermittlungen der Polizei. „In einem Schutzwald, und darum handelt es sich bei dem betroffenen Gebiet, ist Feuermachen strikt verboten. Für jeden vernünftig Denkenden ist klar, dass man dort keine Feuer entzünden und keine Raketen abbrennen darf“, sagte der Landrat.

          Niedermaier selbst war in der Neujahrsnacht um 1.30 Uhr über den Brand in Kenntnis gesetzt worden. Er machte sich daraufhin sofort auf den Weg zum Fuß des Jochbergs. Mit Ferngläsern beobachteten die Einsatzkräfte, wie sich das Feuer ausbreitete. Um 2.45 Uhr habe man zum ersten Mal über den Katastrophenfall nachgedacht, so Niedermaier, den der Landrat schließlich um 3.40 Uhr auslöste. Sofort wurden entsprechend Hilfskräfte angefordert und damit begonnen, den Einsatz zu koordinieren. Obwohl in der Neujahrsnacht die Hubschrauber über das ganze Land verteilt im Einsatz waren, habe die Hilfe reibungslos funktioniert, sagte der Landrat.

          Noch 80 Feuerwehrmänner im Einsatz

          Die Löscharbeiten gestalten sich in dem extrem steilen und unwegsamen Gelände als besonders schwierig. Zunächst bekämpften hundert, am Montag dann immerhin noch 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Wasserwacht und Bergwacht den Brand. Als erste waren am Sonntag zwei Hubschrauber aus Österreich am Jochberg. Aufgrund der Inversionswetterlage, die dem bayerischen Oberland schönes Wetter und dem nördlich davon gelegenen Bayern Nebel bescherte, konnten die Hubschrauber der Bundespolizei erst nach Nebelauflösung gegen Mittag in Unterschleißheim bei München starten.

          Sieben Hubschrauber aus Deutschland und Österreich sind noch im Einsatz. Das Löschwasser entnehmen die Piloten aus dem Walchensee und werfen es über dem Brandherd ab, um die letzten Glutnester zu bekämpfen. Um die Löscharbeiten nicht zu beeinträchtigen wurde tagsüber die Bundesstraße über den Kesselberg vollständig gesperrt.

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