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Kreuzfahrtschiff gesunken : Suche nach Vermissten abgebrochen

  • Aktualisiert am

Videobilder zeigen das Sinken des Schiffs Bild: Reuters

Das in der Ägäis in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff ist am Freitag gesunken. Zwei Franzosen werden vermisst, Deutsche waren nicht an Bord. Taucher haben die Suche nach den Vermissten inzwischen aufgegeben.

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          Das havarierte Kreuzfahrtschiff „Sea Diamond“ ist am Freitagmorgen mit einem dröhnenden Krach vor dem Hafen der Insel Santorini untergegangen. Unterdessen brachen Taucher die Suche nach zwei vermissten Franzosen ab. Sie waren in ihrer Kabine auf einem der unteren Decks des Schiffes von dem rasch eindringenden Meerwasser überrascht worden und vermutlich ertrunken.

          Zudem besteht nach dem Untergang der Fähre die Gefahr einer Ölpest. Daher wurden in Santorin zwei Spezialschiffe zur Bekämpfung von Ölteppichen erwartet, berichtete das staatliche griechische Fernsehen.

          Angst vor Ölteppich

          Als Grund für den Abbruch der Suche nannten die Bergungskräfte im griechischen Fernsehen die Instabilität des Schiffes. Es rutsche am Meeresgrund einen Hang hinunter. Der Bug liege in einer Tiefe von rund 50 Metern und das Heck mehr als 150 Meter tief. Die Ehefrau des vermissten Franzosen aus der Nähe von Nantes sagte, sie seien von dem einströmenden Wasser in ihrer Kabine überrascht worden. Sie konnte sich „in letzter Minute mit einem Kopfsprung aus der Kabine retten, die sich mit Wasser gefüllt hatte“, sagte Tourismusministerin Fanni-Palli Petralia dem griechischen Fernsehen.

          Nur noch ein kleines Stück ragt aus dem Wasser...
          Nur noch ein kleines Stück ragt aus dem Wasser... : Bild: Reuters

          Ihren 45-jährigen Mann und ihre 16-jährige Tochter meldete sie einige Stunden nach dem Unglück als vermisst. Auch der 14-jährige Sohn des Ehepaars, der nicht in der Kabine war, konnte sich den Angaben zufolge in Sicherheit bringen.

          Vom einströmenden Wasser überrascht

          Die meisten anderen Passagiere, die überwiegend aus den Vereinigten Staaten und Kanada stammen, wurden an Bord eines anderen Kreuzfahrtschiffes genommen und am Freitagnachmittag in Piräus erwartet. Deutsche waren nach Angaben des Auswärtigen Amtes nicht an Bord. 70 Passagiere weigerten sich, per Schiff nach Piräus zu fahren und sollten aus Santorin ausgeflogen werden.

          Die Stelle des Untergangs ist nach Angaben von Fischern zwischen 150 und 200 Meter tief. Wie der Bürgermeister der Insel, Angelos Roussos sagte, befinden sich schätzungsweise rund 350 Kubikmeter Öl in den Tanks des untergegangenen Schiffes: „Sie müssen dringend herausgepumpt werden“. Der Kapitän und weitere drei Schiffsoffiziere wurden am Freitagmorgen festgenommen.

          Das Riff war auf den Karten eingezeichnet

          Beim Untergang konnten Augenzeugen ein tiefes Dröhnen und einen Krach hören, der ihren Worten nach „unheimlich“ war. „Es war eine dramatische Szene“, sagte ein Reporter. Die „Sea Diamond“ mit rund 1600 Menschen an Bord war am Vortag bei der Einfahrt in die Bucht von Santorini auf ein Riff gelaufen und in Seenot geraten. Nach dem Navigationsfehler, der zur Havarie auf dem in allen Seekarten eingezeichneten Felsen-Riff führte, gelang es dem Kapitän nach Einschätzung der Küstenwache, rechtzeitig die Sicherheitsschleusen zu schließen und damit einen sofortigen Untergang abzuwenden. Santorini war die letzte Station einer viertägigen Ägäiskreuzfahrt der „Sea Diamond“.

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