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Brand im Krefelder Zoo : Warum ein Polizist einen Gorilla mit mehreren Schüssen töten musste

  • -Aktualisiert am

Vor dem Krefelder Zoo: Anwohner gedenken mit Kerzen und Plüschtieren der beim Brand getöteten Tiere. Bild: dpa

Dramatische Szenen haben sich am Neujahrsmorgen beim Brand im Affenhaus in Krefeld abgespielt. Ein Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministeriums deckt bislang unbekannte Details auf.

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          Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos ist es am Neujahrsmorgen zu bisher unbekannten, dramatischen Szenen gekommen. Wie aus einem nun veröffentlichten Bericht des nordrein-westfälischen Innenministeriums für den Landtag hervorgeht, musste ein herbeigerufener Polizist am 1. Januar einen schwerverletzten männlichen Gorilla mit mehreren Schüssen aus einer Maschinenpistole töten, da eine Tierärztin es nicht schaffte, das Tier einzuschläfern.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Wie aus dem Bericht hervorgeht, hatten sich bereits während des Brandes vorsorglich mehrere Polizeibeamte mit Maschinenpistolen rund um das Affenhaus postiert, um notfalls verletzte oder panische Tiere zum Schutz der Einsatzkräfte zu stoppen. Dazu kam es nicht, weshalb die Einsatzkräfte zunächst überzeugt waren, dass kein Tier die Brandkatastrophe überlebt hatte. Bei den Nachlöscharbeiten konnten dann aber „überraschend noch Geräusche aus dem Affenhaus wahrgenommen werden“, heißt es in dem Bericht. „Nach gemeinsamer Erkundung mit dem Zoopersonal wurden zwei überlebende Menschenaffen ausgemacht.“

          Schwerverletzter Gorilla musste erschossen werden

          Gegen acht Uhr am Neujahrsmorgen fanden Polizeibeamte und eine Tierärztin in den Brandresten zwei schwerverletzte Menschenaffen. Die emotionale Belastung sei für die Einsatzkräfte und das Zoo-Personal „immens“ gewesen. Ein Orang-Utan-Weibchen konnte die Medizinerin mit einer Überdosis Beruhigungsmittel töten. „Ein schwerverletzter männlicher Gorilla musste hingegen um 10.15 Uhr von einem Polizeibeamten durch mehrere Schüsse getötet werden, da die durch die Tierärztin verabreichte Überdosis an Beruhigungsmitteln hier nicht wirksam war.“

          Aus Fürsorge seien in den folgenden Tagen mit dem 34 Jahre alten Schützen mehrere „intensive Gespräche“ geführt worden. Auch den aktuellen Ermittlungsstand führt das Innenministerium in dem Bericht aus. Demnach gab es bereits knapp zwei Stunden nach der Alarmierung die ersten Zeugen-Hinweise auf Himmelslaternen als Brandursache. Am Neujahrstag meldeten sich dann drei Frauen, die angaben, sie hätten in der Nähe des Zoos fünf der Leuchten steigen lassen. Eine der Laternen sei auf das Dach des Affentropenhauses gesunken „und dort mit unbekanntem, entflammbaren Material in Kontakt gekommen“. Wenig später stand das gesamte Gebäude in Flammen. Bei dem Brand waren mehr als 30 Tiere getötet worden. Zwei Schimpansen überlebten mit weniger schweren Verletzungen. Laut einer Mitteilung des Zoos sind diese Affen auf dem Weg der Besserung.

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