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Keine Tsunami-Gefahr : Starkes Erdbeben erschüttert Fukushima

Nach dem Erbeben: ein Krankenwagen vor einem Hotel in der Präfektur Fukushima Bild: Reuters

Am späten Samstagabend hat ein schweres Erdbeben den Nordosten Japans erschüttert. Das Beben traf die Region, in der die Menschen sich auf den zehnten Jahrestag der Tsunami-Katastrophe im März vorbereiten.

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          Wenige Wochen vor dem zehnten Jahrestag der Tsunami-Katastrophe im Nordosten Japans hat am Samstagabend Ortszeit ein schweres Erdbeben die Region um die Präfektur Fukushima erschüttert. Das Beben ereignete sich gegen 23:08 Uhr und hatte nach Angaben der amerikanischen Erdbebenwacht eine Stärke von 7,1. Das Epizentrum des Bebens lag etwa 60 Kilometer nordöstlich der Stadt Namie in der Nähe des 2011 havarierten Kernkraftwerks Fukushima Daiichi in einer Tiefe von etwa 60 Kilometern.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Es gebe keine Tsunami-Gefahr, sagte Regierungssprecher Kazunogu Kato. Doch wurde die Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen. In der etwa 260 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio war das Beben für etwa zwei Minuten zu spüren. In mehr als 800.000 Haushalten im Nordosten fiel nach Angaben des Fernsehsenders NHK der Strom aus. Weil es Nacht ist, wurde über weitere Schäden zunächst nichts bekannt. Von einer Autobahn wurde ein Bergrutsch gemeldet. Die Regierung richtete ein Notzentrum ein.

          Der Energieversorger Tokyo Electric Power (Tepco) prüft, ob im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi Schäden aufgetreten sind. Das Kraftwerk ist wie die meisten anderen Kernkraftwerke in Japan seit der Tsunami-Katastrophe abgeschaltet. Doch könnte aus dem Kraftwerk radioaktiv verstrahltes Wasser austreten. Tepco berichtete etwa eine Stunde nach dem Erdbeben, es gebe bislang keine Auffälligkeiten.

          Am 11. März 2011 hatte ein Erdbeben der Stärke 9,1 einen Tsunami ausgelöst, der die Küstenregion im Nordosten Japans teils mit mehr als 15 Meter hohen Wellen traf. Rund 19.000 Menschen kamen damals ums Leben oder werden noch heute vermisst. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi fielen die Notstromaggregate aus und es kam in der Folge zur dreifachen Kernschmelze. Die Häuser von Zehntausenden Menschen wurden evakuiert.

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