https://www.faz.net/-gum-9fau7

„Michael“ trifft auf Florida : Gouverneur warnt vor „unvorstellbarer Zerstörung“ durch Hurrikan

  • Aktualisiert am

Ein Satellitenbild des Hurrikans „Michael“ Bild: EPA

Kurz vor der Ankunft des Hurrikans „Michael“ bereitet sich der amerikanische Bundesstaat Florida auf schwere Sturmschäden vor. Es werden Sturmfluten erwartet. Mittlerweile ist es zu spät, das Gebiet zu verlassen.

          Vor dem Eintreffen von Hurrikan „Michael“ an der Ostküste der Vereinigten Staaten bereitet sich der Bundesstaat Florida auf gigantische Schäden vor. „Das ist der schlimmste Sturm, den die Florida-Panhandle in hundert Jahren gesehen hat“, sagte Floridas Gouverneur Rick Scott am Mittwochmorgen (Ortszeit). Als Panhandle (Landzipfel oder Pfannenstiel) wird der Teil Floridas nordwestlich der Halbinsel bezeichnet, wo der Sturm gegen Mittwochmittag erwartet wird. Scott warnte: „Entlang unserer Küste werden Gemeinden unvorstellbare Zerstörung sehen.“

          Vor dem Eintreffen des Sturms an der Küste hatte das Nationale Hurrikan-Zentrum „Michael“ in die zweithöchste Kategorie vier hochgestuft. Das Zentrum teilte mit, der Sturm sei „potentiell katastrophal“. Gewarnt wurde besonders vor Sturmfluten, die in machen Gebieten Höhen von mehr als vier Metern erreichen könnten. Die Windstärken erreichen inzwischen 230 Stundenkilometer.

          Floridas Senator Bill Nelson warnte im Sender CNN vor einer „Wasserwand“, die auf die Küste treffen könne. Straßen würden unbenutzbar werden. In manchen Gebieten werde der Strom womöglich über Wochen ausfallen. Gouverneur Scott betonte, es sei nun zu spät, das Gebiet an der Küste zu verlassen. Es sei nicht mehr sicher zu reisen. „Jetzt ist die Zeit, Schutz zu suchen.“ Nothelfer würden nicht in der Lage sein, inmitten des Sturms auszurücken. Auf der Panhandle seien 54 Schutzunterkünfte geöffnet worden.

          „Betet für uns“

          „Sobald Michael vorbeigezogen ist, werden wir eine massive Welle der Unterstützung haben“, sagte Scott. Sofort nach dem Sturm würden 1000 Rettungskräfte ihren Einsatz beginnen. Auch 3500 Angehörige der Nationalgarde stünden bereit. Präsident Donald Trump habe alle verfügbaren Bundesmittel zugesagt, um Florida zu unterstützen.

          Hurrikan „Michael“ bewegt sich auf Florida zu und gewinnt an Stärke.

          Eine Frau namens Janelle Frost im womöglich schwer betroffenen Ort Panama City Beach sagte CNN, sie habe beschlossen zu bleiben, um anderen Menschen helfen zu können. Einige ihrer Nachbarn seien nicht geflohen. „Viele wussten nicht, wohin sie gehen sollten.“ Andere hätten Tiere, die sie nicht zurücklassen wollten. Allerdings habe sie nicht damit gerechnet, dass „Michael“ zu einem so schweren Hurrikan der Kategorie vier werden würde.

          Frosts Freundin Tracy Dunn sagte dem Sender: „Betet für uns.“ In Panama City Beach und anderen tiefer gelegene Gebiete waren nach CNN-Angaben 2,4 Millionen Anwohner aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

          Die nationale Wetterbehörde warnte vor umstürzenden Bäumen. Autos und die oberen Stockwerke von Häusern seien nicht sicher, wenn große Bäume in der Nähe stünden. Reporter von CNN sagten, in vielen Gegenden sei der Boden durch Regenfälle so aufgeweicht, dass Bäume leicht umstürzten. Demnach wurden Krankenhäuser und Tankstellen in Küstennähe geschlossen, auch Straßensperren seien wahrscheinlich. Regale in Läden waren leer gekauft. Schäden an Gebäuden, abgedeckte Dächer und langanhaltende Stromausfälle wurden erwartet.

          Auch im Binnenland kann es gefährlich werden: Die Hurrikan-Warnung gilt laut CNN solange, bis der Sturm Georgia erreicht. Heftiger Regen soll in den kommenden Stunden und Tagen voraussichtlich auch in Teilen Georgias, North und South Carolinas und im Südosten Virginias fallen. Mitte September hatte Tropensturm „Florence“ die Südostküste der Vereinigten Staaten getroffen und vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht. Mehrere Dutzend Menschen kamen durch „Florence“ und die Folgen des Sturms ums Leben.

          Topmeldungen

          Mays Kritik am Parlament : „Das Volk hat genug“

          Nachdem ihr Brexit-Abkommen wiederholt im Unterhaus gescheitert ist, spielt Theresa May das „blame game“ und gibt den Abgeordneten die Schuld. Doch die wehren sich gegen die „aggressiven“ und „hetzerischen“ Vorwürfe.

          Verstorbener Senator : Trump: Habe McCain nie gemocht

          Bei seinen Republikanern im Kongress hat Donald Trump zuletzt an Rückhalt verloren. Neue herabwürdigende Äußerungen über eine verstorbene Größe der Partei bringen nun für viele das Fass zum Überlaufen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.