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„Katastrophale“ Rettungsgasse : Einsatzkräfte müssen 300 Meter zur Unfallstelle laufen

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Umgekippter Lastwagen auf der A3 nahe dem Kreuz Bonn/Siegburg Bild: dpa

Nach der Kollision zweier Lastwagen auf der A3 ähnelt der Einsatz der Rettungskräfte einem Hindernislauf: Die Feuerwehr schafft es nicht, direkt an den Unfallort zu kommen. Es fehlt mal wieder eine funktionierende Rettungsgasse.

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          Weil Autofahrer keine vernünftige Rettungsgasse bildeten, hat ein Einsatz auf der A3 bei Siegburg für die Retter zunächst mit einem Hindernislauf begonnen. Im Fall einer lebensbedrohlichen Verletzung hätte dies für einen der Verletzten tödlich enden können, kritisierte Sascha Lienesch, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr St. Augustin am Freitag.

          Die Rettungskräfte mussten etwa 300 Meter vor der Unfallstelle ihre Fahrzeuge verlassen und laufen, weil es keine Rettungsgasse gab. Es sei zu massiven Verzögerungen bei der Versorgung der Verletzten gekommen.

          „So schwer ist das ja nicht: Platz machen, damit die Retter zum Unfallort kommen. Das Bilden einer Rettungsgasse rettet Menschenleben und gehört zu den Mindestanforderungen an jeden Verkehrsteilnehmer“, kommentierte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) das Geschehen. „Um das zu verstehen, braucht es eigentlich nicht allzu viel Verstand.“

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          Die Autobahn 3 blieb wegen des Unfalls in Fahrtrichtung Frankfurt bis zum Freitagnachmittag gesperrt. In dem Bereich fahren pro Tag nach Daten des Landesbetriebs Straßen.NRW im Durchschnitt mehr als 60.000 Fahrzeuge pro Tag in Richtung Süden.

          Zwei Lastwagen waren am Donnerstagabend kollidiert und umgekippt. Die 50 und 62 Jahre alten Lastwagenfahrer kamen schwer verletzt ins Krankenhaus. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Trümmer auf die angrenzende ICE-Strecke geschleudert waren, musste diese ebenfalls vorübergehend gesperrt werden. Der 50-Jährige mutmaßliche Unfallverursacher soll unter Alkoholeinfluss gestanden haben und durch ein Handy abgelenkt gewesen sein.

          Die Polizei hatte in den ersten acht Monaten dieses Jahres bereits 245 Verstöße gegen die Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden, registriert - ein Anstieg von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Fahrer, die sich nicht an die Vorschriften für Rettungsgassen halten, drohen Bußgelder. Die Polizei Hessen setzt mittlerweile auch Video ein, um Missachtungen besser verfolgen zu können.

          Einer der Lastwagen hatte mit dem Führerhaus die Lärmschutzwand der Autobahn durchbrochen. Die Bergung der Lastwagen gestaltete sich aufwendig, weil zunächst die Ladung geborgen werden müsse, sagte ein Polizeisprecher.

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