https://www.faz.net/-gum-9qr12

Noch neun Vermisste : 25 Leichen nach Brand auf Tauchboot in Kalifornien gefunden

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Vor der Küste Kaliforniens ist ein Boot mit 39 Menschen an Bord in Brand geraten. Die Rettungsteams fanden 25 Leichen, neun Menschen gelten weiter als vermisst. Ein Notruf ließ bereits am Montagmorgen Schlimmes ahnen.

          2 Min.

          Mitten in der Nacht ist ein Ausflugsschiff vor der kalifornischen Küste wohl für Dutzende Taucher zur Todesfalle geworden. Nur fünf Besatzungsmitglieder konnten sich mit einem Sprung von Bord der „Conception“ in den Pazifik retten. Die übrigen Passagiere schliefen unter Deck, als das Schiff am Montag (Ortszeit) vor der Insel Santa Cruz Island in Flammen aufging. Acht Leichen fanden die Rettungsteams Stunden nach der Katastrophe. Der Sender CBS und die Nachrichtenagentur „Associated Press“ berichteten unter Berufung auf die Küstenwache später, dass insgesamt 25 Leichen gefunden worden seien. Neun Menschen gelten demnach weiter als vermisst.

          39 Menschen waren nach Angaben der Behörden an Bord des Schiffes, das am Samstag von dem Küstenort Santa Barbara zu einem dreitägigen Tauchvergnügen zu den Kanalinseln gestartet war. Am Montagabend sollte die „Conception“ wieder an der kalifornischen Küste anlegen.

          Ein Notruf, der am frühen Montagmorgen kurz nach drei Uhr bei den Behörden eintraf, ließ bereits Schlimmes ahnen. Ein Mann gab mit panischer Stimme die Position des Schiffes an, dann sagte er, dass er nicht atmen könne. In die Aufzeichnung mischen sich viele Geräusche, die Stimme ist am Ende nicht mehr zu verstehen.

          Das Boot war nur 20 Meter von Strand der Santa Cruz Insel entfernt vor Anker gegangen. Die Leichen von zwei Männern und zwei Frauen seien geborgen worden. Sie könnten nur mit Hilfe von DNA-Tests identifiziert werden, sagte Sheriff Bill Brown. Vier weitere Leichen hätten die Suchteams auf dem Meeresboden in knapp 20 Metern Tiefe entdeckt, aber noch nicht an Land bringen können. Für die Rettungstaucher sei es derzeit zu gefährlich, das völlig ausgebrannte Bootswrack zu durchsuchen, sagte Brown. Das Schiff sei etwa vier Stunden nach Ausbruch des Feuers auf den Grund gesunken.

          Zwei der fünf Crewmitglieder waren bei der Flucht aus der Flammenhölle leicht verletzt worden. Mit einem kleinen Beiboot konnten sie nachts ein benachbarten Fischerboot erreichen. Die Gruppe sei völlig verstört gewesen, sagten die Bootsleute Shirley und Bob Hansen laut der „Los Angeles Times“. Einer der Männer hätte ihnen weinend erzählt, dass seine Freundin noch unter Deck an Bord sei. Ein anderer berichtete, dass sie am Abend auf dem Boot die Geburtstage von drei Passagieren gefeiert hätten, darunter ein 17-jähriges Mädchen, das von seinen Eltern auf der Tauchreise begleitet wurde.

          Die Passagiere des Ausflugsschiffes schliefen im Bootsinneren, als das Feuer aus noch unbekannten Gründen ausbrach. Zahlreiche Löschboote waren zu der Unglücksstelle geeilt, doch jede Hilfe kam zu spät. Bob Hansen sagte der „Los Angeles Times“, dass er das brennende Boot und dichten Rauch sehen konnte und mehrere Explosionen hörte. Möglicherweise seien Tauchflaschen explodiert, mutmaßte Hansen. Dramatische Fotos zeigten das Unglücksboot völlig von Flammen umgeben.

          Die Kanalinseln vor Santa Barbara sind ein beliebtes Ausflugsziel für Taucher und Segler. Das Unternehmen „Worldwide Diving Adventures“ hatte das Boot für den Taucherausflug an dem langen Laborday-Wochenende gechartert. Auf seiner Webseite versprach der Veranstalter ein Wochenende mit Tauchgängen, Kajakfahrten, Gourmet-Küche und Begleitung von einer Meeresbiologin.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.