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Japanische Lebensmittel : Verbraucherschützer wollen Fisch und Sushi kontrollieren

  • -Aktualisiert am

Sushi aus dem Kühlregal Bild: Julia Zimmermann

Sind Sushi, Grüntee und Miso-Paste noch sicher? Viele Verbraucher melden sich verunsichert bei den deutschen Importfirmen, die über kommende Ernten noch nichts sagen können. Das Landwirtschaftsministerium kündigt Kontrollen an.

          Immer mehr deutsche Firmen, die mit Lebensmitteln aus Japan handeln, stellen Informationen über die Sicherheit japanischer Produkte auf ihre Websites. Sie sehen sich seit Tagen mit den Ängsten der deutschen Verbraucher konfrontiert, die sich vor den Regalen in den Läden fragen, ob japanische Produkte noch unbedenklich sind. „Schon am Montag nach dem Beben begannen Kunden, uns anzurufen“, sagt Ute Schulze von der Naturkostfirma Arche in Hilden, die sich auf traditionell japanische Produkte spezialisiert hat.

          Die Firma beliefert Biosupermärkte in ganz Deutschland mit grünen Tees, Sojasauce, Misopaste und Sushizutaten - etwa mit den bekannten Nori-Algen, die man um die Reisröllchen wickelt. Schulze verweist auf den langen Seeweg, um die Verbraucher zu beruhigen: „Die Container sind vier Wochen auf See.“ Das heißt, das die Nahrungsmittel lange vor der Atomkatastrophe geerntet wurden. Außerdem müssen viele Spezialitäten schon vor dem Transport lang reifen: „Unsere Sojasauce reift bis zu zwei Jahren in Holzfässern“, sagt Schulze.

          Das Verbraucherministerium will vor allem Fisch kontrollieren

          Unterdessen teilte das nordrhein-westfälische Umweltministerium am Mittwoch in Düsseldorf mit, dass Lebensmittelimporte aus Japan sollen an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln sowie im Duisburger Hafen fortan auf Radioaktivität überprüft werden. Bereits auf dem Markt befindliche Lebensmittel aus Japan seien nach derzeitigem Stand unbelastet. Seit der Reaktorkatastrophe seien keine Lebensmittel aus Japan nach Deutschland gekommen.

          Das Umweltministerium sieht bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass über die Luft oder durch Importgüter Radioaktivität nach Deutschland gekommen ist. „Das Ministerium wird die Lage zusammen mit nachgeordneten Behörden weiter intensiv beobachten“, hieß es. Zuvor hatte schon das Bundesverbraucherministerium in Berlin bekanntgegeben, dass Lebensmittel aus Japan auf Strahlenbelastung untersucht werden sollen - vor allem Fisch und Fischprodukte wie Sushi.

          Über die Ernte 2011 weiß man noch nichts

          Auch Ute Schulze von „Arche“ setzt auf eine „erweiterte Qualitätssicherung“ in Zukunft. Produkte aus Japan sollen streng kontrolliert werden. „Aber es ist für die japanischen Firmen wichtig, dass auch weiterhin ein Markt in Deutschland da ist“, betont Schulze. Neben der Firma Arche haben viele große Anbieter von Grüntee und japanischen Produkten Informationen über japanische Lebensmittel auf ihre Homepages gestellt, um die Verbraucher aufzuklären und zu beruhigen. „Wir möchten Sie informieren, dass der aktuell verkaufte Japan-Grüntee aus der Ernte 2010 stammt und unsere Warenbestände komplett in Meckenheim lagern“, heißt es etwa auf der Website der Firma Tee Gschwendner. Für die Ernte 2011 könne man aber noch keine Schlüsse ziehen: „Die Entwicklung in den Krisenatomkraftwerken bleibt abzuwarten.“

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