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Japan : 150 Verletzte nach starkem Erdbeben

Erdbebenschäden in Fukushima Bild: AP

Fast genau zehn Jahre nach der Tsunami-Katastrophe im Nordosten Japans wird die Region abermals von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Dieses Mal hatten die Bewohner der Region Glück im Unglück.

          2 Min.

          Durch das schwere Erdbeben, das in der Nacht zum Sonntag den Nordosten Japans erschütterte, sind mindestens 150 Menschen meist leicht verletzt worden. Viele Bewohner der Region um die Präfektur Fukushima fühlten sich an die Tsunami-Katastrophe 2011 erinnert, die sich Anfang März zum zehnten Mal jährt. Das Beben habe sich heftiger angefühlt als vor zehn Jahren, berichteten Augenzeugen dem Fernsehsender NHK. Andere klagten, warum die Region wieder von solchem Unglück getroffen werde.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Doch dieses Mal hatten die Bewohner der Region Glück im Unglück. Zwar war es das schwerste Erdbeben im japanischen Nordosten seit dem Frühjahr 2011. Anders als vor zehn Jahren aber löste das Beben mit der Stärke 7,3 keine Flutwelle aus. Es gab auch keine Todesopfer. Das Epizentrum lag vor der Küste der Präfekturen Fukushima und Miyagi in einer Tiefe von etwa 55 Kilometern. Die lange andauernde Erschütterung um 23.08 Uhr am Samstagabend war in weiten Teilen Japans von Hokkaido im Norden bis zur Region Hiroshima im Westen zu spüren. Bis Sonntag gab es Dutzende leichterer Nachbeben. Die Behörden mahnten die Bevölkerung zur Vorsicht, weil in den kommenden Tagen auch schwere Nachbeben auftreten könnten.

          Japanische Fachleute werteten das Erdbeben als eine Folge des schweren Seebebens der Stärke 9,0, das am 3. März 2011 einen starken Tsunami ausgelöst hatte. Weil es sich vor zehn Jahren um ein enormes Beben gehandelt habe, sei es nicht überraschend, dass es auch zehn Jahre danach noch schwere Nachbeben gebe, sagte Kenji Satake vom Erdbebenforschungszentrum der Universität Tokio japanischen Medien. Im März 2011 traf die teils mehr als 15 Meter hohe Flutwelle auf die Küste und zerstörte ganze Dörfer und kleine Städte. An die 19000 Menschen kamen damals ums Leben und werden zum Teil heute noch vermisst. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi fielen die Notstromaggregate aus, und es kam zur dreifachen Kernschmelze. Mehr als 160000 Menschen mussten damals die Gegend verlassen. Tepco, der Betreiber des havarierten Kraftwerks, meldete, dass Kühlwasser aus einem Abklingbecken übergeschwappt sei. Radioaktivität sei nicht freigesetzt worden. Andere Kernkraftwerke in der Region, die außer Betrieb sind, meldeten keine besonderen Vorkommnisse.

          Am Sonntag begannen die Aufräum- und Reparaturarbeiten in der Region. Eine wichtige Hochgeschwindigkeitszuglinie in den Norden wird für bis zu zehn Tage unterbrochen sein. Eine Schnellstraße wurde durch Erdrutsche zugeschüttet. Rund 900.000 Haushalte waren in der Nacht auf Sonntag zeitweise ohne Strom. Am Sonntagabend war noch in einigen tausend Haushalten die Wasserversorgung unterbrochen. Die Selbstverteidigungskräfte halfen bei der Wassernotversorgung. Fernsehbilder zeigten beschädigte Häuser. Auf den Friedhöfen der Region mit den Tausenden Todesopfern der Katastrophe von vor zehn Jahren standen manche Angehörige vor umgestürzten Grabsteinen und konnten die Tränen nicht zurückhalten.

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