https://www.faz.net/-gum-ysl8

Japan : Regierung erklärt Zone um Fukushima zum Sperrgebiet

  • -Aktualisiert am

Hier geht's nicht weiter: Polizeikontrolle am Rande der 20-Kilometer-Evakuierungszone Bild: dapd

Die japanische Regierung will die 20 Kilometer große Evakuierungszone um die Atomruine in Fukushima zu einem Sperrgebiet erklären. Unterdessen berichtet ein Arzt vom schlechten Gesundheitszustand der Arbeiter im Atomkraftwerk.

          2 Min.

          Die japanische Regierung will die 20 Kilometer große Evakuierungszone um das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zu einem Sperrgebiet erklären. Regierungssprecher Edano sagte am Mittwoch in Tokio, dass trotz der Aufforderung, die betroffenen Gebiete zu verlassen, immer noch Bewohner kurzfristig in ihre Häuser innerhalb der Zone zurückkehrten.

          Außerdem gebe es in der 20-Kilometer-Zone anscheinend noch in 63 Haushalten Personen, die ihre Wohnungen und Häuser nicht geräumt haben. Deswegen soll die Evakuierungszone nun auch rechtlich bindend zum Sperrgebiet werden. Zuvor soll den in Sicherheit gebrachten Personen gestattet sein, unter Aufsicht noch einmal kurz in ihre Häuser zurückzukehren. Ministerpräsident Kan will an diesem Donnerstag wieder in die Katastrophenregion fahren.

          Das Abpumpen des radioaktiven Wassers aus den Reaktoren der Kernkraftwerkes und ihrer Umgebung gestaltet sich weiter schwierig. Tepco, der Betreiber des Kernkraftwerkes, gab am Mittwoch bekannt, dass der Wasserstand in einem Schacht bei Reaktor 2 um einen Zentimeter gefallen sei, nachdem das Wasser einen Tag lang abgepumpt wurde. Gleichzeitig sei aber der Wasserstand in einem Schacht bei Reaktor 3 gestiegen. Ein Kondensator bei Reaktor 3, der als neuer Lagerplatz für das kontaminierte Wasser vorgesehen war, ist bereits voll. Die Atomaufsichtsbehörde sagte, dass Wasser dort hineinfließe, aber es sei nicht klar, warum.

          Hier wohnt niemand mehr: Futaba Town in der Nähe von Fukushima
          Hier wohnt niemand mehr: Futaba Town in der Nähe von Fukushima : Bild: dpa

          Unterdessen wurde bekannt, dass viele der Arbeiter im Atomkraftwerk völlig erschöpft sind und unter Depressionen leiden. Ein Arzt, der die Arbeiter vor kurzem untersucht hatte, berichtete der Nachrichtenagentur Kyodo, dass die Arbeiter lebensgefährlich überanstrengt seien. Einige Arbeiter fühlten sich als Angestellte des Unternehmens, das für das Desaster zuständig sei, auch moralisch verantwortlich. Andere seien psychisch geschädigt, weil sie Tsunami und Erdbeben miterlebt und auch Angehörige verloren hätten. Nach Angaben von Tepco sind etwa 300 Arbeiter in dem zerstörten Kernkraftwerk im Einsatz. Japanische Kommentatoren warfen die Frage auf, ob nicht mehr Arbeiter eingesetzt werden müssten, um eine zu große Strahlenbelastung zu vermeiden.

          Japans stellvertretender Minister für Landwirtschaft und Fischerei, Shinohara, wird an diesem Donnerstag in die Ukraine reisen um sich dort über Dekontaminierung im Umfeld von Tschernobyl zu informieren.

          Die japanische Polizei gab am Mittwoch bekannt, dass die meisten Opfer von Erdbeben und Tsunami des 11.März, 92 Prozent, ertrunken sind, die anderen starben an Verletzungen. Zwei Drittel der Opfer waren über 60 Jahre alt. Die Zahl der Toten und Vermissten hat jetzt 27.661 erreicht. Noch immer leben mehr als 136.000 Menschen aus den Katastrophengebieten in Notunterkünften.

          Topmeldungen

          Passanten schauen einer Performance am New Yorker Times Square zu.

          Grandiose Auferstehung : Amerikas Wirtschaft boomt

          Der prophezeite Niedergang wird abgeblasen: Die amerikanische Wirtschaft ist nahe dran, die Wertschöpfung von vor der Pandemie zu erreichen. Daran hatten auch sparsame Bürger ihren Anteil.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.