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Italien : Mindestens 16 Tote bei neuerlichem Beben

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In einer Fabrik in der Nähe von Modena sucht die Feuerwehr nach Verschütteten Bild: dpa

Bei neuerlichen schweren Erdbeben in Norditalien sind mindestens 16 Menschen gestorben, über 14000 wurden obdachlos. Erst vor zehn Tagen hatte ein Beben sieben Menschenleben gefordert.

          Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Erdbeben in Norditalien ist auf 16 gestiegen. Medienberichten zufolge wurde eine Frau zwölf Stunden nach dem Beben aus den Trümmern gerettet, zuvor fanden Rettungskräfte in einer eingestürzten Fabrik die Leichen von zwei Arbeitern. Rund 350 weitere Menschen wurden verletzt; die Behörden sprechen von 14000 Menschen, die obdachlos wurden.

          Der erste Erdstoß der Stärke 5,8 erschütterte am Dienstagmorgen die Gegend um Modena in der Region Emilia-Romagna. Dort waren erst vor neun Tagen sechs Menschen bei einem heftigen Beben getötet und schwere Schäden angerichtet worden. Viele Menschen wurden in ihren Notunterkünften überrascht. Zahlreiche Nachbeben, die auch in Brescia und in der Finanzmetropole Mailand zu spüren waren, versetzten die Menschen in Panik.

          Beim Einsturz einer Fabrik starben am Dienstag in San Felice del Panaro drei Menschen, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur Ansa sagte. Weiter Todesopfer gab es nach Minrandola, in Concordia und Finale. In der Stadt Carpi bei Modena brach der Dom teilweise in sich zusammen. Nach Angaben der Feuerwehr soll dabei ein Geistlicher von Trümmern erschlagen worden sein. Der Katastrophenschutz konnte dies aber nicht bestätigen.

          Der Erdstoß war im gesamten Norden Italiens von Südtirol über Mailand bis in die Toskana zu spüren. Tausende Menschen rannten in Panik auf die Straße. Rund um Bologna wurde der Zugverkehr vorübergehend eingestellt. In der Toskana wurden Behördengebäude sicherheitshalber geräumt. „Es gibt Opfer. Die Situation ist sehr ernst. Einige Menschen liegen unter den Trümmern“, sagte der Bürgermeister von San Felice sul Panaro dem Fernsehsender SkyTG24. Medienberichten zufolge stürzten mehr Gebäude ein als vor eineinhalb Wochen.

          Der Uhrturm der Kirche von Mirandola wurde zerstört Bilderstrecke

          In Schrecken versetzt wurde auch die italienische Fußballnationalmannschaft, die sich in Parma auf die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine vorbereitet. Ein geplantes Testspiel der Italiener in Parma gegen Luxemburg wurde abgesagt. „Die Region Emilia-Romagna und ganz Italien werden diese schweren Momente überwinden“, sagte Staatspräsident Giorgio Napoletano. Ministerpräsident Mario Monti versicherte: „Der Staat wird alles daran setzen, die Schäden sobald wie möglich zu beheben.“

          Der Staat werde die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit die Betroffenen wieder ein normales Leben führen könnten. Die Suche nach Verschütteten wurde durch den teilweisen Zusammenbruch des Mobilfunknetzes erschwert. Daher wisse die Polizei nicht, wie viele Menschen unter den Trümmern begraben sein, sagte ein Beamter in der Stadt Cavezzo. Bei den eingestürzten Gebäuden handelte es sich überwiegend um Bauwerke, die bereits beim vorigen Beben vor gut einer Woche beschädigt worden waren.

          In Italien bebt seit Tagen immer wieder die Erde. Das Beben vom 20. Mai hatte schwere Schäden an historischen Bauten und Kirchen angerichtet und Wohnhäuser und Fabriken zerstört. Tausende Menschen wurden obdachlos.

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