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„Irma" in Florida : „Das Schlimmste kommt, wenn das Auge durch ist“

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Alte Leute wollen zu Hause bleiben

Doch trotz der großen Gefahren befolgten längst nicht alle Bewohner die Evakuierungsanweisungen der Behörden: Der 83 Jahre alte Bob Korosec und seine Frau wollten den Sturm in ihrem Haus abwarten, sagte der Mann aus St. Petersburg. Die beiden hätten alles aus dem Garten geräumt, was der Sturm gegen das Haus schleudern könnte. „Ich hoffe nur, dass er nicht unser Dach abdeckt.“

Ähnlich wie das Rentnerpaar weigern sich ältere Menschen besonders häufig, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Doch gerade Senioren sind bei Naturkatastrophen wie „Irma“ gefährdet, vor allem wenn sie allein leben, chronisch krank, geistig oder körperlich eingeschränkt sind. Beim Hurrikan „Katrina“ im Südosten der Vereinigten Staaten waren einer Studie zufolge 2005 fast die Hälfte der Opfer älter als 75 Jahre. In Florida leben im Vergleich zu anderen Bundesstaaten besonders viele Senioren.

Der Wirbelsturm hatte in der Karibik bereits mehr als 25 Menschen das Leben gekostet. Von den Florida Keys meldete die Polizei, ein Mann sei ums Leben gekommen, als er mit seinem Pickup-Truck im Sturm gegen einen Baum gefahren sei.

Der Hurrikan brachte aber auch eine Schwangere in Bedrängnis, zu der kein Notarzt vordringen konnte. Per Telefon unterstützt von Medizinern brachte die Frau ihr Kind schließlich allein in ihrem Haus in Miami zur Welt, wie die Stadt per Twitter mitteilte. Als das Auge des Wirbelsturms am Sonntag noch über 150 Kilometer von der Metropole an der Ostküste Floridas entfernt war, knickten dort schon Bäume und Verkehrsschilder um. Windböen tobten spürbar um die Häuser, nachts wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Trump will nach Florida reisen

„Irma“ gilt als einer der stärksten Atlantik-Stürme überhaupt. Das National Hurricane Center (NHC) wechselte je nach Entwicklung immer wieder zwischen den Kategorien vier und fünf. Seit 1851 wurden die Vereinigten Staaten erst drei Mal von einem Hurrikan der höchsten Stufe getroffen. Zudem ist „Irma“ laut Katastrophenschutz deutlich größer als „Andrew“, der 1992 als bislang letzter Sturm der Kategorie fünf das amerikanische Festland traf. Die Furcht vor dem Wirbelsturm hatte eine regelrechte Massenflucht ausgelöst. Weil sich auf den Autobahnen Staus bildeten und einigen Tankstellen der Sprit ausging, war diese wohl beispiellose Evakuierung zu einem Wettlauf gegen die Zeit geworden. Hunderttausende harrten in Notunterkünften oder in ihren verbarrikadierten Häusern aus. Hunderte Flüge wurden gestrichen.

Der amerikanische Präsident Donald Trump ließ sich von seinem Stab laufend über die Situation informieren. Er zeigte sich besorgt über die erwartete Auswirkungen des Hurrikans. „Irma“ sei ein „großes Monster“, sagte Trump am Sonntag in Washington. Der Sturm werde hohe Schäden anrichten. Aktuell gehe es aber zunächst um die Rettung von Menschenleben. Er selbst werde „sehr bald“ Richtung Florida aufbrechen.

Tropensturm „Irma“: Zur Ansicht der Prognose starten Sie das Video unten links, oder klicken Sie unten auf die Zeitleiste. Per Klick auf die Karte sehen Sie die örtliche Windstärke.

Auswärtiges Amt richtet Notfallnummern und Krisenstäbe ein

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, es stehe in engem Kontakt mit den amerikanischen Behörden. Zudem sei eine Notfallnummer für Anrufer aus Deutschland (030-5000-3000) geschaltet worden. Für Anrufer aus den Vereinigten Staaten sei die Botschaft in Washington erreichbar (001-202-298-4000). Dort sei auch ein Krisenstab eingerichtet worden. In Atlanta kümmere sich ein regionales Team um die Belange von Bundesbürgern.

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