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Indonesien : Bis zu 300 Tote bei Erdrutsch auf Java befürchtet

  • Aktualisiert am

Ein einziger Trümmerhaufen: Ortschaft in Zentral-Java Bild: AP

Bei einem Erdrutsch auf der indonesischen Insel Java könnten bis zu 300 Menschen ums Leben gekommen sein. So viele Einwohner eines Dorfs sind nach Einschätzung der örtlichen Behörden von den Erdmassen begraben worden.

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          Bei einem schweren Erdrutsch im Zentrum der indonesischen Insel Java könnten nach Angaben der UNO bis zu 300 Menschen ums Leben gekommen sein. So viele Einwohner des Dorfs Sijeruk seien nach Einschätzung der örtlichen Behörden von den Erdmassen begraben und getötet worden, teilte die UNO am Mittwochabend in Genf mit.

          Nach Angaben der indonesischen Polizei waren am frühen Morgen Tausende Kubikmeter Schlamm auf die Ortschaft rund 370 Kilometer östlich der Hauptstadt Jakarta gestürzt und hatten rund 120 Häuser unter sich begraben. In ihnen wurden zunächst nur 200 Menschen vermutet. Bis zum Nachmittag wurden 16 Leichen geborgen, den übrigen Vermißten wurden kaum noch Überlebenschancen eingeräumt.

          Lebendig begraben

          Viele Einwohner in Cijeruk seien im Schlaf oder beim Morgengebet von den Schlammmassen überrascht wurden, sagte ein Polizeisprecher. Dorfbewohner und Polizisten gruben mit bloßen Händen nach den Verschütteten. Auch zwei Bagger waren im Einsatz. Ein Dorfbewohner berichtete von den Schreckensbildern: Er habe mehr als 20 seiner Nachbarn im Schlamm versinken sehen, während er selbst bis zur Hüfte in den Massen gesteckt habe. „Sie haben gerufen 'Allah ist groß' und wurden dann langsam begraben“, so der Augenzeuge, der kurz später von anderen Überlebenden gerettet wurde.

          Cijeruk nach den Erdrutschen

          Einige Bewohner von Cijeruk berichteten, sie seien schon vor dem Erdrutsch aus dem Ort geflohen, nachdem sie in der Nacht ein Krachen und Poltern aus der Richtung des Hanges am Rande des Dorfes gehört hatten. Auch im Osten von Java kam es zum Erdrutschen und Überschwemmungen, bei denen in dieser Woche mindestens 77 Menschen getötet wurden.

          Steinmeier: „Wir sind bestürzt“

          Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kondolierte seinem indonesischen Amtskollegen Nur Hassan Wirayuda am Mittwoch in einem Telegramm. „Mit großer Bestürzung habe ich erfahren, daß heute auf Java zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage so viele Menschen einem Erdrutsch zum Opfer gefallen sind“.

          Weiter hieß es in dem Schreiben: „Wir fühlen mit dem indonesischen Volk in seinem Schock und seiner Trauer. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei allen, die den Verlust von Angehörigen und Freunden zu beklagen haben und auch bei den Menschen, denen diese Katastrophe Hab und Gut genommen hat.“

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