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Indien : Monsun fordert mindestens 786 Tote

  • Aktualisiert am

Straße in Bombay Bild: dpa/dpaweb

Ein von einer Schlammlawine überrolltes Dorf, überflutete Straßen, verheerende Erdrutsche: Im Westen Indien hat der schwerste Monsun seit 1910 gewütet - und Hunderten Menschen das Leben gekostet.

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          Der schwerste Monsun seit nahezu hundert Jahren hat im Westen Indiens eine Unwetterkatastrophe mit mindestens 786 Toten ausgelöst.

          273 Menschen seien in allein in der Millionenstadt Bombay getötet worden, sagte B.M. Kulkarni vom Katastrophenschutzzentrum des Bundesstaates Maharashtra am Donnerstag. 513 Todesopfer habe es in anderen Teilen von Maharashtra gegeben. Ein südlich von Bombay gelegenes Dorf wurde von einer Schlammlawine überrollt. Es gab wenig Hoffnung, dort noch Menschen zu retten. Ähnlich stark hatte es zuletzt 1910 in Indien geregnet.

          Schulen, Banken und Börse geschlossen

          Nach Angaben des Katastrophenschutzzentrums schnellten die Opferzahlen in Bombay deutlich in die Höhe, nachdem der Tod von 166 Menschen durch Ertrinken bekannt geworden war. Vom lokalen Fernsehsender Aaj Tak ausgestrahlte Bilder zeigten zentrale Stadtteile, die vom Wasser eingeschlossen waren.

          Die Flut war stärker

          Das öffentliche Leben in der Industriemetropole lag weiter fast völlig brach. Schulen, Banken und die Börse in der 15-Millionen-Stadt blieben geschlossen. Trotz der weiter andauernden Niederschläge wurde der Flughafen nach mehrtägiger Schließung jedoch wieder geöffnet. Einige Vorortzüge nahmen den Betrieb wieder auf, Überlandverbindungen blieben indes weiter unterbrochen.

          Erdrutsch kostet mindestens 100 Leben

          Der indische Premierminister Manmohan Singh traf am Donnerstag in Bombay ein und flog mit einem Hubschrauber in die betroffenen Gebiete. Er sei „zutiefst betroffen über diese menschliche Tragödie“, sagte Singh. Er sagte der Regierung des Bundesstaates finanzielle Hilfen der Zentralregierung zu.

          Die meisten Todesopfer gab es nach Angaben der Nachrichtenagentur PTI im Dorf Jui im Bezirk Raighad, 170 Kilometer südlich von Bombay. Dort seien bei einem Erdrutsch vermutlich mindestens 100 Menschen getötet worden. Die Behörden hätten erst drei Tage später von der Tragödie erfahren. Rettungstrupps der indischen Armee seien inzwischen in dem Dorf eingetroffen. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich jedoch schwierig, da Tonnen von Schlamm und Schutt die Häuser der Reisbauern verschüttet hätten, sagte ein Armeevertreter.

          Neuer Regenrekord für Indien

          In Indien sterben jedes Jahr während der Monsunzeit von Juni bis September Hunderte Menschen bei Überschwemmungen und Erdrutschen. In der diesjährigen Saison waren nach Angaben des indischen Innenministeriums bislang rund 5,6 Millionen Menschen von Überschwemmungen betroffen.

          Innerhalb von 24 Stunden fielen 944,2 Millimeter Regen, für Indien ein neuer Rekord. Die Meteorologen rechneten für die nächsten Tage mit weiteren schweren Regenfällen.

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