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Tote nach Unwetter in Japan : „Die Straße hat sich in einen Fluss verwandelt“

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In Hitoyoshi retten zwei Helfer eine Frau. Schwere Regenfälle haben in Südjapan zu Erdrutschen geführt. Bild: AP

Nach starken Regenfällen kam es im Südwesten Japans zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Eine Stadt wurde von Wasser überspült, in einem Seniorenheim starben mehr als zehn Personen.

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          Heftige Regenfälle haben im Süden Japans Überschwemmungen und Erdrutsche gebracht und mehr als ein Dutzend Menschen das Leben gekostet. Rund zehn weitere würden noch vermisst, teilten die Behörden am Samstag mit. 14 Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims wurden für tot erklärt, wie der Gouverneur von Kumamoto, Ikuo Kabashima, mitteilte. Drei andere seien unterkühlt aufgefunden worden.

          Auch in der Region um Kagoshima auf der Insel Kyushu löste der Regen Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Berichten zufolge wurden mehrere Brücken von den Wassermassen fortgerissen. Die japanische Meteorologiebehörde hatte zunächst die höchste Warnstufe ausgerufen. Später stufte sie ihre Warnung herunter, Regierungschef Shinzo Abe rief die Bevölkerung dennoch zu „höchster Alarmbereitschaft“ auf. Er ordnete an, 10.000 Soldaten für Rettungs- und Bergungsmaßnahmen in Bereitschaft zu setzen.

          In den Präfekturen Kumamoto und Kagoshima war mehr als 75.000 Anwohnern empfohlen worden, ihre Wohnungen und Häuser wegen drohender Unwetter über Nacht zu verlassen. Eine Evakuierung war aber nicht verpflichtend angeordnet worden.

          Fast hundert Menschen waren laut der Nachrichtenagentur Kyodo von der Außenwelt abgeschnitten. „Ich kann mich nicht in Sicherheit bringen, weil die Straße sich in einen Fluss verwandelt hat. Es ist so beängstigend“, sagte eine Bewohnerin dem Sender NHK.

          Wegen der starken Regenfälle mussten sich zehntausende Menschen in Sicherheit bringen.

          Auf Luftaufnahmen war zu sehen, wie große Teile der Stadt Hitoyoshi in Kumamoto von schlammigem Wasser überflutet wurden. Ein Bewohner musste mit einem Militärhubschrauber vom Dach seines Hauses gerettet werden. Zugverbindungen wurden unterbrochen, mehr als 8000 Haushalte waren ohne Strom.

          Toshiaki Mizukami von der Präfektur Kumamoto sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Wir rufen die Menschen dringend dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Leben zu schützen, weil es immer noch ziemlich heftig regnet.“ In der Regenzeit gibt es in Japan immer wieder Überschwemmungen und Erdrutsche.

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