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Hurrikan „Irma“ tobt : Karibik-Inseln ertrinken im Sturm

  • Aktualisiert am

Screenshot aus einem Video, in dem der von „Irma“ verwüstete Hafen von Saint-Martin zu sehen ist Bild: Screenshot/ RCI Guadeloupe

Das Zentrum „Irmas“ verwüstet die zu Frankreich und den Niederlanden gehörenden Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin. Videos von Anwohnern zeigen das Ausmaß der Katastrophe.

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          Hurrikan „Irma“ hat die Karibik erreicht und mehrere Inseln völlig verwüstet. Während es zunächst kaum Bilder vom Ausmaß der Zerstörung gab, tauchten am Nachmittag in den sozialen Medien immer mehr Aufnahmen von Augenzeugen auf. Darin sieht man zum Beispiel, wie sich eine meterhohe Wasserwalze ihren Weg durch die engen Straßen der kleinen Ortschaft Gustavia auf der Insel Saint-Barthélemy bahnt.

          In einem anderen Video, das auf Twitter gepostet wurde, lassen sich die ungeheuerlichen Windgeschwindigkeiten erahnen, mit denen der Rekord-Hurrikan auf die Insel Saint-Martin getroffen ist. Völlig verwüstet ist ein Hotel am Strand von St. Martin, das in einem anderen Film auf Facebook zu sehen ist. Noch schlimmer sieht es direkt am Hafen aus: Das Wasser steht dort meterhoch, Autos sind in den Fluten versunken, Schiffe liegen in Trümmern.

          Die Behörden bestätigten dann auch kurz darauf, dass „Irma“ auf Saint-Martin und Saint Barthélémy Schäden an Gebäuden sowie Überschwemmungen und Stromausfälle verursacht hat. Auf Saint-Barthélémy stehe das Wasser im Gebäude der Feuerwehr einen Meter hoch, die Feuerwehrleute hätten sich in Sicherheit gebracht, teilte der Präfekt der Region Guadeloupe am Mittwoch in einem ersten Schadensbericht mit. Angaben über mögliche Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht. Der Norden von Saint-Martin sowie Saint-Barthélémy sind französische Überseegebiete.

          Auf Saint-Barthélémy ist laut den Behörden die Stromversorgung zusammengebrochen und das vom französischen Stromkonzern EDF betriebene Kraftwerk nicht mehr zu benutzen. Auch Saint-Martin sei seit 6 Uhr morgens (Ortszeit) ohne Strom. Dort wurde zudem das Gebäude der Präfektur teilweise zerstört. Der Präfekt und 23 Menschen hätten sich in einen betonierten Raum geflüchtet. Auf beiden Inseln riss der Hurrikan der höchsten Stufe fünf Dächer von Gebäuden. Frankeichs Innenminister Gerard Collomb erklärte, dass vier Regierungsgebäude auf St. Martin zerstört worden seien: „Das waren die vier stabilsten Gebäude auf der Insel, das heißt, auch die weniger stabilen Bauwerke sind wahrscheinlich komplett oder teilweise zerstört.“

          Frankreich hatte für die Inseln vorher die höchste Alarmstufe ausgerufen. Einwohner sollten ihre Häuser oder Wohnungen nicht verlassen, twitterte das Innenministerium in Paris. Es sei unter Androhung von Strafen verboten, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs zu sein.

          „Ich bete um Gottes Schutz und Gnade“

          Erstmals war„Irma“ am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 255 Kilometern in der Stunde bei der kleinen Karibikinsel Barbuda auf Land getroffen. Der Sturm riss dort Dächer von Häusern. „Der Herr hat uns geschützt. Wir sind vom Schlimmsten verschont worden“, hieß es in einer Erklärung des Premierministers von Antigua und Barbuda, Gaston Browne. „Es gibt bislang keine Todesopfer. Wir sollten uns jetzt um einen schnellen Wiederaufbau kümmern.“

          Direkt nach dem Durchzug des Hurrikans sollten Hilfslieferungen auf den Inseln eintreffen. In Venezuela und Miami würden jeweils zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern auf Abruf bereitstehen, sagte der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne, der Zeitung „The Daily Observer“.

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