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Hurrikan „Ernesto“ : Soll der Space Shuttle nun doch starten?

  • Aktualisiert am

Ernesto ist auf dem Weg zu den Florida Keys Bild: AP

Wegen des heranziehenden Tropensturms „Ernesto“ hatte die Nasa ihre startbereite Raumfähre „Atlantis“ schon auf den Weg in den sicheren Hangar geschickt, dann aber wieder zurückgeholt. In Florida bereiten sich die Menschen auf die Ankunft des Sturms vor.

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          Wegen des heranziehenden Tropensturms „Ernesto“ hat die Nasa ihre startbereite Raumfähre „Atlantis“ am
          Dienstag auf den Weg in den sicheren Hangar geschickt. Nach einer Abschwächung des Sturms stoppte die Weltraumbehörde jedoch fünf Stunden später die Sicherungsaktion - und brachte den Space Shuttle an die Startrampe zurück. Die „Atlantis“ hatte bereits fast die Hälfte des zwölfstündigen Wegs zum Hangar zurückgelegt. Es wäre erst das fünfte Mal in der 25jährigen Geschichte der Shuttle-Flüge gewesen, daß eine Raumfähre vor einem Wirbelsturm in Sicherheit gebracht werden muß.

          Mit schweren Regenfällen war der Tropensturm „Ernesto“ in der Nacht zum Dienstag über den Osten Kubas gezogen. Nach Angaben des kubanischen Meteorologischen Instituts hatte das Zentrum des Sturms die Antilleninsel überquert und erreichte 550 Kilometer östlich von Havanna wieder das offene Meer. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami (Bundesstaat Florida) erwartet, daß der Wirbelsturm über dem Meer wieder an Kraft gewinnen wird. Unterdessen bereiteten sich die Menschen in Florida auf die Ankunft „Ernestos“ vor, der die Vereinigten Staaten genau am Jahrestag des Hurrikans „Katrina“ treffen könnte.

          Florida hat bereits den Notstand ausgerufen. Die Touristen der Key-Inseln werden aufgefordert, die Region zu verlassen. Im Süden des Sonnenscheinstaates haben sich nach einem Bericht des „Miami Herald“ bereits am Montag Schlangen vor Supermärkten und Tankstellen gebildet. In den Bezirken Miami-Dade und Broward wurden zumindest für Dienstag die Schulen geschlossen. Regionale Flughäfen erwarten, daß am Abend der Flugverkehr eingeschränkt werden könnte.

          Der Space Shuttle kommt eventuell in den Hangar zurück
          Der Space Shuttle kommt eventuell in den Hangar zurück : Bild: dpa

          Hurrikansaison weniger schlimm

          Die diesjährige Hurrikansaison in den Vereinigten Staaten wird nach Ansicht eines Sturmexperten bei weitem nicht so schlimm wie die im vergangenen Jahr. „Wir müssen zwar mit starken Hurrikans rechnen, aber es wird nicht zu vergleichen sein mit der Saison von „Katrina““, sagte Thomas Sävert, Hurrikanexperte des Wetterdienstes Meteomedia. „Mit großer Wahrscheinlichkeit werden es aber mehr Tropenstürme als im langjährigen Mittel.“

          Sävert rechnet in diesem Jahr mit mehr als zehn Tropenstürmen. Vor allem September und Oktober könnten nochmal „sehr aktive Monate“ werden. Im vergangenen Jahr hatten die Karibik und die Vereinigten Staaten eine der schlimmsten Hurrikan-Saisons seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Von 28 Tropenstürmen wurden 15 zu Hurrikans. „Katrina“ hatte am 29. August 2005 in den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama eine Fläche so groß wie Großbritannien verwüstet. Der Sturm „Ernesto“ ist laut Sävert viel schwächer als „Katrina“.

          Der Experte geht davon aus, daß Tropensturm „Ernesto“, der derzeit vor der Küste Kubas tobt, über dem Wasser wieder an Stärke zulegen wird. Der erste Hurrikan dieser Saison hatte seine Kraft in der Nacht zum Montag an den Bergen Haitis eingebüßt und war wieder zu einem Tropensturm herabgestuft worden. „Ob er allerdings noch einmal Hurrikanstärke erreichen wird, ist ungewiß.“ Es sei jedoch sehr wahrscheinlich, daß der Sturm am Mittwochmorgen unserer Zeit auf die Südostküste Floridas treffe. Wo „Ernesto“ dann hinziehe, sei völlig unklar. „Es gibt bei Hurrikans keine sicheren Prognosen“, gestand Sävert ein.

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