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Wegen Tropensturm „Elsa“ : Reste des eingestürzten Hauses in Florida gesprengt

  • Aktualisiert am

Sprengung des Champlain South Tower in Florida am späten Sonntagabend (Ortszeit) Bild: AFP

Bewohner durften nicht mehr in den noch stehenden Trakt. Nun sind auch ihre Wohnungen zerstört. Grund für die Eile ist Tropensturm „Elsa“ auf seinem Weg durch die Karibik. Mindestens zwei Menschen sind in der Dominikanischen Republik ums Leben gekommen.

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          Mehrere Menschen sind in der Karibik durch den Tropensturm „Elsa“ ums Leben gekommen. So starben etwa eine 75-Jährige und ein 15-Jähriger an verschiedenen Orten der Dominikanischen Republik, als Wände wegen starken Windes und heftigen Regens auf sie stürzten. Das geht aus einem Report der dominikanischen Notfalleinsatzzentrale COE hervor. Einen Todesfall soll es auch auf der Insel St. Lucia gegeben haben.

          Im US-Bundesstaat Florida erschwerte das Herannahen von „Elsa“ die Bergungsarbeiten an einem teilweise eingestürzten Wohnhaus. Die Suche nach Verschütteten wurde ausgesetzt, auch die noch stehenden Überreste des Gebäudes wären durch den Sturm vom Einsturz bedroht gewesen. Dies hätte eine Gefahr für die Bergungsmannschaften dargestellt, die in den Trümmern nach Verschütteten suchen.

          Rettungseinsatz in Florida geht weiter nach Sprengung

          Die Sprengung wurde daher in der vergangenen Nacht vorgezogen. Der noch stehende Gebäudeteil wurde mit mehreren Detonationen so gesprengt, dass er an Ort und Stelle in sich zusammensackte. Nun soll der Rettungseinsatz in den Trümmern wieder aufgenommen werden.

          Die Bewohner des verbliebenen Gebäudeteils durften nach dem Unglück aus Sicherheitsgründen nicht mehr zurück in ihre Wohnungen – auch nicht, um vor der Sprengung persönliche Gegenstände herauszuholen.

          Nach der Sprengung fanden die Einsatzkräfte drei weitere Leichen in den Trümmern. Damit steige die offizielle Zahl der Toten auf 27, sagte Bezirksbürgermeisterin Daniella Levine Cava am Montagvormittag (Ortszeit). 118 Menschen gelten weiterhin als vermisst, wobei unklar ist, wie viele von ihnen sich zum Unglückszeitpunkt tatsächlich in dem strandnahen Gebäude aufhielten.

          Rund zehn Tage nach dem Unglück gab es kaum noch Hoffnungen, Überlebende in den Trümmern zu finden. Der strandnahe Komplex mit rund 130 Wohneinheiten war am 24. Juni aus noch ungeklärten Gründen teilweise eingestürzt. Seither war rund um die Uhr mit Spürhunden, Spezialkameras und schwerem Gerät nach Verschütteten gesucht worden.

          Kuba bringt Menschen in Sicherheit

          Unterdessen begann Kuba am Sonntag, Tausende Bewohner der Südküste der Insel vor dem herannahenden Tropensturm, der als erster Atlantik-Hurrikan des Jahres begonnen hatte, in Sicherheit zu bringen. Aus dem armen Karibikstaat Haiti, wo man dem Sturm besonders besorgt entgegen geblickt hatte, wurden zunächst nur umgestürzte Bäume gemeldet.

          Der Tropensturm „Elsa“ treibt große Brecher auf die Strandpromenade von Santo Domingo zu.
          Der Tropensturm „Elsa“ treibt große Brecher auf die Strandpromenade von Santo Domingo zu. : Bild: EPA

          „Elsa“ hatte am Freitag an Kraft gewonnen und als Hurrikan der Stufe 1 von 5 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern in Teilen der Karibik Zerstörung verursacht. Auf Barbados ließ der Sturm Bäume und Strommasten umstürzen, wie die Katastrophenschutzbehörde DEM mitteilte. Nach Angaben des Innenministeriums kam es zu Stromausfällen. Die Wasserversorgung für einen großen Teil der Insel sei zum Schutz der Ausrüstung vorsorglich unterbrochen worden. Am internationalen Flughafen Grantley Adams wurde vorübergehend der Betrieb eingestellt. Er sollte am Sonntag wiederaufgenommen werden.

          Es war zunächst unklar gewesen, mit welcher Intensität der Sturm sich im US-Bundesstaat Florida bemerkbar machen würde. Gouverneur Ron DeSantis erklärte den Notstand für 15 Bezirke Floridas. Dies ermöglicht es der Regierung, zusätzliche Ressourcen zu mobilisieren, um im Bedarfsfall schneller helfen zu können.

          Die Hurrikan-Saison im Atlantik dauert von Juni bis November. Im vergangenen Jahr fiel sie besonders intensiv aus. Die US-Klimabehörde NOAA rechnet in diesem Jahr abermals mit einer überdurchschnittlich starken Saison. Die zunehmende Intensität tropischer Wirbelstürme, die für ihre Entstehung warmes Wasser brauchen, führen Experten auf den Klimawandel zurück.

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