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Hurrikan „Dorian“ : Zahl der Toten auf den Bahamas steigt auf 43

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Eine Frau steht verzweifelt auf den Überresten ihres Hauses in High Rock, Grand Bahama. Bild: AP

Die Regierung befürchtet das die Opferzahl noch„erheblich“ steigt, da viele noch vermisst werden. Tausende versuchen den verwüsteten Inselstaat zu verlassen, während die internationale Hilfe anläuft. Unterdessen zieht der Sturm auf Kanada zu.

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          Die Zahl der Todesopfer auf den Bahamas nach Hurrikan „Dorian“ ist deutlich gestiegen – auf inzwischen 43. Das teilte die Regierung des karibischen Inselstaates mit, wie die Zeitung „The Tribune“ am Freitagabend berichtete. Zuletzt waren 30 Tote bestätigt worden. Es werde erwartet, dass die Zahl noch „erheblich“ steigen werde, sagte eine Sprecherin von Premierminister Hubert Minnis dem amerikanischen TV-Sender NBC. Gesundheitsminister Duane Sands hatte zuvor erklärt: „Ich glaube, die Zahl wird überwältigend sein.“ Zahlreiche Menschen wurden noch immer vermisst.

          „Dorian“ hatte die Bahamas am Sonntag als Hurrikan der höchsten Gefahrenstufe getroffen – mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde. Er wütete fast drei Tage lang und hinterließ das Urlaubsparadies in weiten Regionen in Trümmern. Es handelte sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas und einen der stärksten im Atlantik seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Die Rettungseinsätze kamen wegen der katastrophalen Schäden nur langsam voran.

          Inzwischen versuchen Tausende Menschen, den Inselstaat zu verlassen. Allein in Freeport kamen Augenzeugen zufolge am Freitag Tausende zum Hafen, um einen Platz an Bord eines Kreuzfahrtschiffs zu ergattern. Die Betreibergesellschaft bot denen, die über die nötigen Einreisedokumente verfügten, eine kostenfreie Passage nach Florida an. Gleichzeitig wurden aus den am schlimmsten betroffenen Katastrophenregionen Hunderte an Bord von Flugzeugen oder Booten in die Hauptstadt Nassau gebracht.

          Nachdem Hurrikan „Dorian“ große Teile der Bahamas verwüstet hat, versuchen Tausende Bewohner zu fliehen.

          Hilfe auch von der Bundeswehr

          Nach Angaben der Vereinten Nationen brauchen mindestens 70.000 Menschen auf der zwischen Kuba und Florida gelegenen Inselgruppe dringend Hilfe. Die internationale Hilfe ist bereits angelaufen, unter anderem stellte die EU 500.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung. Auch die Bundeswehr beteiligt sich mit 70 Marinesoldaten an den Hilfsaktionen.

          Der Sturm zog anschließend über einen küstennahen Teil des amerikanischen Bundesstaats North Carolina und sorgte dort für Überschwemmungen, Schäden und Stromausfälle. Der Wirbelsturm sollte am Samstag in relativ großer Entfernung zur Küste an den Staaten Neuenglands vorbeiziehen, darunter etwa New York, Massachusetts und Maine, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) am Freitag.

          Im weiteren Verlauf sollte „Dorian“ ab Samstagabend als abgeschwächter Sturm über Nova Scotia im äußersten Nordosten Kanadas hinwegziehen. „An unsere kanadischen Nachbarn, heute ist der Tag, sich auf Hurrikan „Dorian“ vorzubereiten“, hieß es in einem NHC-Tweet. Präsident Donald Trump sandte in einer auf seinem Twitter-Account veröffentlichten Videobotschaft seine besten Wünsche an die Menschen auf den Bahamas. Die Bahamas seien sehr hart getroffen worden, die Vereinigten Staaten würden unter anderem mit Wasser und Lebensmitteln helfen. Mehr als zehn Hubschrauber der amerikanischen Küstenwache fliegen in den Bahamas bereits Rettungseinsätze, auch das Militär ist bereits vor Ort und hilft. Auch die Vereinten Nationen, die EU, und andere Nationen bereiten Hilfseinsätze vor.

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