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Regierung bestätigt Todesopfer : Hurrikan Dorian wütet über den Bahamas

  • -Aktualisiert am

Was über die Schäden bislang bekannt ist, stammt aus örtlichen Zeitungen sowie aus Videos und Nachrichten von Inselbewohnern, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden. Bild: Lou Carroll

Für die Bahamas mit ihren etwa 400.000 Einwohnern ist „Dorian“ der gewaltigste Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen. Mittlerweile hat die Regierung fünf Todesopfer bekanntgegeben.

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          Während sich die Bevölkerung der amerikanischen Südostküste auf Hurrikan Dorian vorbereitet, wütet der Wirbelsturm mit meterhohen Wellen und zerstörerischen Windgeschwindigkeiten über den nördlichen Inseln der Bahamas. Für die Bewohner an der Atlantik-Küste und am Golf von Mexiko gehören Stürme zum Leben – dieser Hurrikan aber verbreitet Angst und Schrecken.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Der Sturm der Kategorie vier befand sich am Montag über Grand Bahama, der nördlichsten Insel des Archipels, wie das amerikanische Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte. Zuvor war er über die östlich von ihr gelegene Insel Abaco hinweggefegt. Mindestens fünf Todesopfer meldete unterdessen das Regierungsministerium. Die Rettungsarbeiten liefen für Teile des Gebiets an.

          Was über die Schäden bislang bekannt ist, stammt aus örtlichen Zeitungen sowie aus Videos und Nachrichten von Inselbewohnern, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden. In Videos aus Abaco sind überschwemmte Straßen, unter Wasser stehende Häuser und umgeknickte Bäume zu sehen.

          Auf Grand Bahama war die Stromversorgung an vielen Orten unterbrochen. Der Flughafen in der größten Stadt Freeport stehe unter Wasser, schrieb die bahamaische Zeitung „The Tribune“. Auch von New Providence, der bevölkerungsreichsten Insel der Bahamas, auf der sich die Hauptstadt Nassau befindet, wurden Überschwemmungen gemeldet. Ob Menschen zu Tode kamen, ist noch nicht bekannt.

          Das Ausmaß der Schäden könne erst später begutachtet werden, sagte Joy Jibrilu, die Generaldirektorin des Tourismusministeriums, dem amerikanischen Fernsehsender CBS. „Ich glaube, niemand hat mit einem Hurrikan von solcher Intensität gerechnet.“ Meteorologen sprachen von „katastrophalen Zerstörungen“, die auf der knapp über dem Meeresspiegel liegenden Inselgruppe durch die Sturmfluten zu befürchten seien.

          „Monster-Sturm wird Menschen auf die Probe stellen“

          Für die Bahamas mit ihren etwa 400.000 Einwohnern ist es der gewaltigste Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Behörden des Inselstaats hatten die Bevölkerung aufgefordert, sich in Notunterkünfte oder höherliegende Gebiete zu begeben. Premierminister Hubert Minnis sagte, der „Monster-Sturm“ werde die Menschen „auf die Probe stellen wie nie zuvor“.

          Hurrikan „Dorian“ an der Ostküste der Vereinigten Staaten

          Nach Angaben des Hurrikan-Zentrums hatten sich die maximalen Windgeschwindigkeiten am Montag zwar von knapp 300 Stundenkilometern am Sonntagabend auf etwa 270 Stundenkilometer abgeschwächt, Dorian wurde zu einem Hurrikan der Kategorie vier von fünf herabgestuft. Der Wirbelsturm sei aber über Grand Bahama nahezu zum Stillstand gekommen: Mit nur zwei Kilometern pro Stunde bewege er sich in Richtung Westen auf die Küste Floridas zu. Bis Mittwochabend werde Dorian der Ostküste Floridas „gefährlich nahe“ kommen. Obwohl sich der Wirbelsturm abschwächen und nach Norden abdrehen dürfte, rechneten die Meteorologen mit „lebensbedrohlichen Sturmfluten“ und extrem starken Winden auch für die amerikanische Südostküste.

          800.000 Menschen müssen sich in Sicherheit bringen

          Schon „eine leichte Abweichung“ könnte das Zentrum des Sturms in unmittelbare Küstennähe oder an Land bringen. Winde können in Hurrikan-stärke bis zu 75 Kilometer vom Zentrum des Sturms entfernt auftreten. Weiterhin wird damit gerechnet, dass nicht nur der „Sunshine State“ Florida betroffen sein könnte, sondern auch die nördlich angrenzenden Bundesstaaten Georgia, South Carolina und North Carolina. In küstennahen und tieferliegenden Gebieten an der Küste wurden daher Evakuierungen angeordnet. Allein in South Carolina wurden mehr als 800.000 Einwohner angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen.

          In Florida wurden mehr als 4000 Mitglieder der Nationalgarde für den Katastrophenschutz mobilisiert. Die Behörden bereiteten Notfallvorräte wie Trinkwasser, Essensrationen und Generatoren vor. Um Evakuierungen zu erleichtern, wurde die Autobahnmaut zeitweise aufgehoben. Aus anderen Bundesstaaten sind zudem Hunderte Spezialisten angereist, die dabei helfen sollen, nach dem Sturm die Stromversorgung wiederherzustellen. Viele Bürger nagelten Holzbretter vor ihre Fenster und positionierten Sandsäcke an den Außentüren ihrer Häuser und Geschäfte. In manchen Supermärkten gab es kaum mehr große Trinkwasserflaschen zu kaufen.

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