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Regierungschef über Dorian : „Die Bahamas sind derzeit im Krieg“

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Hurrikan „Dorian“ hinterlässt auf den Bahamas Tod und Zerstörung. Während der Regierungschef einen dramatischen Vergleich zieht, veröffentlicht ein anderer Politiker ein Video aus seinem Haus, das die Ausmaße erahnen lässt.

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          Quälend langsam zieht der zerstörerische Hurrikan „Dorian“ über die Bahamas. Der Wirbelsturm habe sich direkt nördlich der Insel Grand Bahama festgesetzt, teilte das amerikanische Hurrikanzentrum am Dienstagmorgen mit.

          Auf der karibischen Inselgruppe südöstlich der Küste Floridas hat der Wirbelsturm schwere Zerstörungen hinterlassen. Teile Grand Bahamas wurden großflächig überschwemmt. Mindestens fünf Menschen starben Behördenangaben zufolge auf den benachbarten Abaco-Inseln.

          In einem Video, das die Zeitung „Tribune“ auf ihrer Website teilte, hielt ein Einwohner auf Grand Bahama das Endzeitsbild fest, das sich ihm vor den Fenstern seiner höher gelegenen Wohnung bot: Fluten umtoben das Gebäude, Sturmböen rütteln an Palmen und Nachbarhäuser stehen bis zum Dach unter Wasser. Trümmer treiben in der grauschäumenden Meerbrühe vorbei.

          Angesichts der katastrophalen Zerstörung zog Regierungschef Hubert Minnis einen dramatischen Vergleich: „Die Bahamas sind derzeit im Krieg, sie werden von Hurrikan „Dorian“ angegriffen“, zitierte die Zeitung „The Nassau Guardian“ ihn am Montag. Der Inselstaat habe keine Waffe, um sich gegen den Angriff eines solchen Feindes zu verteidigen. Die Einwohner von Grand Bahama waren aufgerufen, weiter Schutz zu suchen.

          Hurrikan „Dorian“ an der Ostküste der Vereinigten Staaten

          Auch der Landwirtschaftsminister Michael Pintard war von dem zerstörerischen Hurrikan betroffen. Auf Twitter veröffentlichte „CNN“ ein Video, das der Politiker den Angaben des Senders zufolge in seinem Wohnhaus aufgenommen hat: Obwohl die Fenster laut Pintard normalerweise sieben Meter über dem Meeresspiegel liegen, schlagen immer wieder Wellen gegen die Scheiben, in den Zimmern steht Wasser. „Das ist meine Situation. Ich habe Nachbarn, die in weitaus größerer Gefahr sind als ich und meine Familie“, sagt Pintard in dem Video.

          Anwohner berichteten dem „Nassau Guardian“ von Angehörigen auf Grand Bahama, die auf den Dachböden ihrer Häuser auf Hilfe warteten. Damit folgten sie einer Aufforderung der Katastrophenschutzbehörde, nicht das eigene Heim zu verlassen, sondern den höchstgelegenen Ort darin aufzusuchen. Premierminister Minnis hatte die Einwohner von nicht betroffenen Gebiete der Bahamas aufgerufen, Freunden und Familien in Not Unterschlupf zu gewähren. Minnis zufolge hatten viele der mehr als 70.000 Bewohner in den am stärksten betroffenen Gebieten die Aufforderung missachtet, sich in Sicherheit zu bringen.

          Ein Mann in den überfluteteten Straßen Nassaus auf den Bahamas.

          Rettungseinsätze waren unter den Wetterbedingungen zunächst unmöglich. Auf den Abaco-Inseln, die der Sturm als erstes getroffen hatte, liefen sie mittlerweile an. Daran beteiligte sich auch die amerikanische Küstenwache und flog unter anderem 19 Verletzte zur medizinischen Behandlung in die Hauptstadt Nassau, wie ihr Kommandant für die Region, Eric Jones, dem Nachrichtensender CNN sagte.

          „Dorian“ hatte den karibischen Inselstaat, dessen Staatsoberhaupt die britische Queen Elisabeth II. ist, am Sonntag erreicht. Zu dem Zeitpunkt gehörte er mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde zu den Wirbelstürmen der gefährlichsten Kategorie fünf. Es handelte sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Minnis sprach angesichts der noch gar nicht gänzlich erfassbaren Zerstörung von einer „historischen Tragödie“.

          Da die Windgeschwindigkeit mit bis zu 195 Kilometern pro Stunde leicht nachließ, stufte das amerikanische Hurrikanzentrum das Unwetter mittlerweile zwar von der zweithöchsten Hurrikan-Kategorie auf die Stufe 3 herab. Die Experten warnen jedoch, dass „Dorian“ auch in den nächsten Tagen ein mächtiger Hurrikan bleiben werde.

          Das Hurrikanzentrum der Vereinigten Staaten ging am Dienstag davon aus, dass sich der Wirbelsturm im Tagesverlauf in zähem Tempo von den Bahamas nach Nordwesten weiterbewegt. Eine Hurrikan-Warnung besteht auch für Floridas Ostküste, der  „Dorian“ laut der Behörde „gefährlich nahe kommen“ könnte. Auch an den Küsten der amerikanischen Bundesstaaten Georgia, South Carolina und auch North Carolina machen sich die Bewohner auf Sturmböen, Regen und Flutwellen in den kommenden Tagen gefasst.

          Evakuierungen der Regionen mit Hunderttausenden Einwohnern waren am Montag gestartet. Auch der nördlichere amerikanische Bundesstaat Virginia, in dem die Auswirkungen „Dorians“ ab Donnerstag zu spüren sein sollen, verhängte am Montag vorsorglich den Notstand, um die behördlichen Vorbereitungen anzutreiben und einen Hilfseinsatz vorzubereiten.

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