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Hochwasser in Niederbayern : Flutopfer kommen in leeren Flüchtlingsheimen unter

Zerstörtes Zuhause: Überschwemmungen wie hier in Niederbayern hatten Ende März und Anfang Juni schwere Schäden hinterlassen. Bild: dpa

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Niederbayern stehen zahlreiche Menschen vor dem Nichts. Hilfe kommt nun aus dem benachbarten Österreich: Denn in Munderfing gibt es leerstehende Flüchtlingsheime.

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          Da nach dem Schließen der Balkanroute einige Flüchtlingsheime in Oberösterreich leerstehen, können dort Hochwassergeschädigte aus dem benachbarten Niederbayern untergebracht werden. In zwei Aufnahmeeinrichtungen in Munderfing südlich von Braunau am Inn sind nach Informationen dieser Zeitung etwa 30 Einwohner aus dem bayerischen Simbach untergekommen, die nach dem Hochwasser nicht in ihre Wohnungen zurück können.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Insgesamt stünden in den drei nagelneuen, bislang nie genutzten Fertighäusern 48 Plätze für die Deutschen zur Verfügung, bestätigte die Bezirkshauptmannschaft (Landratsamt) Braunau. Die Ankömmlinge würden von Helfern des Roten Kreuzes und der Arbeitsgemeinschaft „Munderfing hilft“ betreut. Die Gruppe hatte sich zur Unterstützung von Asylbewerbern gebildet.

          Zudem bietet die Bezirkshauptmannschaft in fünf Pflegeheimen 20 Pflegebedürftigen aus Bayern Unterkünfte an. Simbach liegt am Inn genau gegenüber von Braunau. Der Starkregen hat dem österreichischen Inntal ebenfalls zugesetzt, allerdings nicht so stark wie den Ortschaften jenseits der Grenze. Schon am Mittwoch, als die Lage in Niederbayern besonders dramatisch war, hatten die Braunauer über die Innbrücke hinweg geholfen. Da Simbach eine Zeitlang vom Rest Bayerns abgeschnitten war und nur mit Hubschraubern versorgt werden konnte, lieferten die Österreicher Decken und andere Ausrüstung über den Fluss. Etwa 100 Einwohnern der Nachbargemeinde, deren Häuser nicht zugänglich waren, wurde ein Nachtquartier in der Bezirkssporthalle Braunau angeboten.

          Auch stand die Braunauer Feuerwehr für Einsätze in Simbach und Umgebung bereit. Nach Auskunft der Bezirkshauptmannschaft veranstaltet der österreichische Fußballbundesligaverein SV Ried am 2. Juli ein Benefizspiel. Die Erlöse sollen den Hochwasseropfern zugutekommen. Braunau vermarktet sich als „Friedensbezirk“, nicht zuletzt, weil die Stadt vielen Menschen nur als Geburtsort Adolf Hitlers bekannt ist.

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