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Nach Überschwemmungen : Kommunen wollen sich vor Starkregen besser schützen

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Zerstörtes Zuhause: Überschwemmungen wie hier in Niederbayern hatten Ende März und Anfang Juni schwere Schäden hinterlassen. Bild: dpa

Die Flut kam innerhalb weniger Minuten: Die Orte Simbach und Braunsbach stehen für schlimme Überschwemmungen in diesem Jahr. Die Kommunen wollen sich vor extremem Regen nun besser schützen.

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          Der Schutz vor Überschwemmungen nach besonders starken Regenfällen sollte aus Sicht der Gemeinden verbessert werden. In vielen Orten mangele es noch an der Risikovorsorge, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Katherina Reiche, am Freitag in Berlin. Die jüngsten Fälle hätten gezeigt, dass nicht nur Städte mit ihren versiegelten Flächen, sondern auch ländliche Gebiete von Überflutungen betroffen seien.

          Die Statistik des Deutschen Wetterdienstes und Prognosen von Klimaforschern zeigten, dass die Zahl der Tage mit Starkregen in Deutschland zunähmen. Auch abseits von Hochwasserzonen müssten mehr natürliche Überflutungsflächen geschaffen werden, verlangte Reiche. In Neubaugebieten müsse es ausreichend Grünflächen geben. Gefahren- und Risikokarten für jede Gemeinde könnten zeigen, wo sich Wasser bei Starkregen sammelt. Die Bundesregierung sollte Schutzprojekte fördern.

          Mit dem Bau größerer Kanäle sei es meist nicht getan. „So einfach ist es nicht“, bemerkte die Verbandschefin. Häufig sei das Abwassersystem bei Überflutungen nicht einmal voll ausgelastet: „Das Wasser hat die Kanäle gar nicht erreicht, die Wassermassen sind über die Gullys hinweggeschwemmt worden.“

          Versicherungsschäden in Höhe von 1,2 Milliarden Euro durch Unwetter im Juni

          Der Vorstand der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Otto Schaaf, sagte, bei einem Gewitterregen seien die Gullys schnell mit Blättern und Ästen verstopft. Das führe dann schnell zu überfluteten Straßen und Kellern. Schaaf rief die Kommunen zum Dialog mit Stadt- und Landschaftsplanern, Umweltexperten, Architekten und Hauseigentümern auf.

          Gemeinden könnten zum Beispiel die Bordsteinkanten erhöhen, um Wasser von den Häusern fernzuhalten und Sturzfluten so zu lenken, dass sie in einen Park oder andere Grünflächen abfließen. Bauplaner sollten Häuser in Senken vermeiden. Hausbesitzer können Wasserschäden mitunter mit einer Schwelle oder kleinen Mauer am Grundstückrand verhindern.

          Allein durch die Unwetter Ende Mai und im Juni entstanden versicherte Schäden von rund 1,2 Milliarden Euro. Noch nie hätten Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden verursacht, heißt es beim Gesamtverband der Versicherungswirtschaft.

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