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Eine Übersicht : Maßnahmen zum Schutz gegen Hochwasser

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Bild: dpa

Der Hochwasserschutz beruht auf vielen Maßnahmen. Erfolg verspricht eine Kombination aus naturnahen Flusslandschaften, technischen Schutzvorkehrungen und Vorsorge.

          Beim Schutz gegen Hochwasser gibt es kein Patentrezept. Nur eine Kombination aus naturnahen Flusslandschaften, technischen Schutzvorkehrungen und Vorsorge verspricht Erfolg. In Bayern ist ein Aktionsprogramm mit mehreren Handlungsfeldern aufgestellt worden, das bis zum Jahr 2020 reicht. Es sieht Investitionen von 2,3 Milliarden Euro vor, davon sind schon 1,6 Milliarden Euro ausgegeben worden.

          Natürlicher Rückhalt

          Der natürlichen Wasserrückhaltung wird große Bedeutung zugemessen. Sie soll durch naturnahe Flusslandschaften und Auen gefördert werden, in denen sich das Hochwasser ausdehnen kann. Pflanzen und Böden dienen als Speicher für das Wasser. Hierzu werden Deiche zurückverlegt, Flüsse und Auen stärker vernetzt, Gewässer und Ufer renaturiert. Ein Beispiel ist die Renaturierung der Isar in München, bei der das Flussbett verbreitert wurde. Ein Augenmerk liegt auch auf Verkehrsflächen, die möglichst durchlässig gehalten werden sollen.

          Technischer Hochwasserschutz

          Deiche und Mauern sind klassische technische Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser. Sie sind auf Pegelstände ausgerichtet, die auf historischen Erfahrungen beruhen. Hinzu können zusätzliche bewegliche Schutzwände kommen. Ein weiterer Teil des technischen Schutzes sind Rückhaltebecken, Talsperren und Flutpolder, bei denen vorhandene Überschwemmungsgebiete durch einen Damm vom Flusslauf getrennt werden. Der wichtigste dieser künstlichen Speicher ist in Bayern der Sylvensteinspeicher, der von 1954 bis 1959 gebaut wurde und die Bewohner des Isartals schützt. Er wird gegenwärtig mit einem Aufwand von 25 Millionen Euro modernisiert.

          Bauliche Vorsorge

          Die radikalste - und wirksamste - Vorsorge für den Fall, dass natürliche und technische Schutzmechanismen nicht reichen, ist der Verzicht auf eine Bebauung. Die Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet, das Bauen in Überschwemmungsgebieten zu verhindern; sie sind in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen grundsätzlich freizuhalten. Stehen dennoch Bauten in gefährdeten Gebieten - wie in flussnahen Altstädten -, sollen bauliche Vorkehrungen getroffen werden, um Schäden zu vermeiden oder zu verringern. Dazu gehören wasserresistente Materialien und Konstruktionen. Die Nutzung von Keller und Erdgeschossen sollen an die Gefahrenlage angepasst werden.

          Risikovorsorge

          Auch wenn der natürlicher Rückhalt, der technische Schutz und die bauliche Vorsorge zusammenspielen, bleibt ein „Restrisiko“ - ein Begriff, der angesichts der gegenwärtigen Flutkatastrophe nicht das Ausmaß der Schäden charakterisiert, sondern ihre Wahrscheinlichkeit. Schäden sind in Gebieten mit einem hohen Überschwemmungsrisiko nur eingeschränkt versicherbar. Wer in einem solchen Gebiet wohnt oder ein Gewerbe betreibt, sollte finanzielle Rücklagen bilden; vielen wird das allerdings nicht möglich sein.

          Schadensminderung

          Sie ist die letzte Möglichkeit, wenn sich das „Restrisiko“ realisiert. Die Wettervorhersagen sind in den vergangenen Jahren immer weiter verfeinert, die Kommunikationsmöglichkeiten verbessert worden. Nach einer Hochwasserwarnung bleibt meist Zeit, den Schaden zu mindern - auch wenn in den vergangenen Tagen die Pegel oft schneller gestiegen sind als erwartet. Waren können aus Läden entfernt, Versorgungseinrichtungen gesichert, Wohnungen und Büros geräumt und, wenn es nicht mehr anders geht, verlassen werden. Eine Garantie ist der Grundsatz, dass eine erkannte Gefahr nur eine halbe Gefahr ist, jedoch nicht, wie sich gerade jetzt zeigt.

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