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Notstand ausgerufen : Tausende Menschen in den Niederlanden fliehen vor Hochwasser

  • Aktualisiert am

Helfer füllen in der Stadt Venlo Sandsäcke. Bild: dpa

Auch in den Niederlanden sorgt Starkregen für chaotische Szenen. In der Stadt Venlo wurden Wohnhäuser und ein Krankenhaus evakuiert. Bei Maastricht haben die Fluten ein Loch in den Deich eines Kanals gerissen.

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          Zum Schutz vor der Hochwasserwelle haben im Süden der Niederlande am Freitag Tausende Menschen ihre Häuser und Wohnungen in Orten entlang der Maas verlassen müssen. In Venlo an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen wurde ein Krankenhaus mit 200 Patienten vorsorglich evakuiert, teilten die Behörden mit.

          In der Stadt und den angrenzenden Gemeinden wurden gegen Abend rund 10.000 Menschen zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgerufen. Hubschrauber kreisten über Venlo, um die Evakuierungen zu koordinieren. Die Luftwaffe setzte nach Angaben der Stadt Flugzeuge mit Infrarotkameras zur Überwachung der Stabilität der Deiche ein.

          Nachdem die Fluten ein Loch in den Deich eines Kanals bei Maastricht gerissen hatten, mussten dort am Freitagnachmittag ebenfalls etliche Menschen ihre Häuser verlassen, wie die Behörden mitteilten. Später gelang es, das Loch einigermaßen zu flicken.

          „Zum Glück hat es hier noch keine Toten gegeben“

          Soldaten und Einsatzkräfte verstärkten Deiche an der Maas und kleineren Flüssen in der Region mit Sandsäcken. Die zahlreichen Schaulustigen wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben und die Einsatzkräfte nicht zu behindern.

          Ministerpräsident Mark Rutte nannte die Hochwasserlage bei einem Besuch in Venlo „schrecklich“ und „heftig“, wie der Sender NOS berichtete. „Zum Glück hat es hier noch keine Toten gegeben wie in Belgien und Deutschland. Lasst uns hoffen, dass das auch nicht geschieht.“

          Die Regierung erklärte das Hochwasser am Donnerstagabend zu einem Katastrophenfall, womit der Staat für Schäden einspringen kann, die von Versicherungen nicht gedeckt werden. Auf die Frage, ob die Hochwasserkatastrophe mit dem Klimawandel zusammenhänge, sagte Rutte dem NOS: „Das wird zweifelsohne so sein. Hier ist wirklich etwas im Gange.“

          Tausende Einwohner von Maastricht und angrenzenden Orten, die sich am Vorabend bereits in Sicherheit gebracht hatten, konnten unterdessen am Freitag in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Wassermassen richteten teils enorme Schäden an. Berichte über Verletzte gab es nicht.

          In der Nacht zum Freitag hatte die Maas unweit der belgischen Grenze ihren höchsten Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen 1911 erreicht. Am Vormittag sank der Pegelstand dort wieder. In Roermond weiter nördlich wurde der Höchststand für Freitagnachmittag erwartet, in Venlo für die Nacht zum Samstag.

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