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Hitzekollaps, Blitzschlag, Brände : Europa kämpft mit Wetterkapriolen

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Ein Löschhubschrauber bei Bad Reichenhall, wo oberhalb des Thumsees ein Waldbrand ausgebrochen war. Doch auch anderswo in Europa kämpfen Menschen gegen die Auswirkungen der Hitze. Bild: dpa

Feuerwehren im Dauereinsatz und viele Haushalte ohne Strom: Mit den Wetterkapriolen von Gluthitze bis Unwetter haben viele europäische Länder zu kämpfen.

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          In Deutschland richten Unwetter am bislang heißesten Wochenende des Jahres vielerorts große Schäden an. Auch andere Länder in Europa haben unter Unwettern, Gluthitze und Bränden zu leiden:

          Spanien

          Auf Mallorca frisst sich einer der schlimmsten Waldbrände der Geschichte der Insel durch das Tramuntana-Gebirge. Seit Freitag brennt es. Nach Schätzungen wurden im Gebiet des Unesco-Welterbes unweit der Gemeinden Andratx und Estellencs im Westen möglicherweise schon 2000 Hektar vernichtet. Mehr als 800 Menschen, darunter viele Deutsche, wurden in Sicherheit gebracht. Nach Behördenerkenntnissen wurde das Feuer nahe Andratx von einem Mann bei der unachtsamen Verbrennung von Pflanzenresten verursacht.

          Griechenland

          Die Waldbrände auf den griechischen Inseln Rhodos und Kreta konnten bis Montag weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Die zerstörte Waldfläche auf Rhodos wurde auf etwa 4000 Hektar geschätzt. Laut Feuerwehr wurde ein Mann wegen fahrlässiger Brandstiftung festgenommen. Er soll laut Medien gegrillt haben. Auch im Süden Kretas bekämpfte die Feuerwehr das Feuer - Winde hatten es zuvor am Sonntag wieder angefacht. Vor allem Buschland und Agrarflächen wurden zerstört. Beide Feuer waren am Samstagmittag ausgebrochen.

          Frankreich

          Zahlreiche Unwetter haben am Wochenende in vielen Teilen Frankreichs die Stromversorgung lahmgelegt. Im Süden waren noch am Montag 49 000 Haushalte ohne Strom. In einigen Gebiete gab es laut Polizei Evakuierungen, darunter waren drei Campingplätze in der südlichen Ardèche mit etwa 200 Urlaubern. An der Küste von Hérault bei Montpellier ertranken am Wochenende laut Polizei bei starker See neun Menschen. In Nantes wurde ein Postbote vom Blitz getroffen. In Pauillac bei Bordeaux stürzte bei Windböen von bis zu 165 Stundenkilometern ein Kirchturm auf ein Haus. Eine 70 Jahre alte Frau wurde schwer verletzt.

          Tschechische Republik

          An dem bislang heißesten Wochenende des Jahres waren die Rettungskräfte im Dauereinsatz. Allein in der Hauptstadt Prag behandelten Sanitäter nach eigenen Angaben mehr als 60 Menschen, die auf der Straße zusammengebrochen waren. Bei starker Trockenheit und Temperaturen von bis zu 38,7 Grad gab es zahlreiche Brände vor allem in Waldgebieten.

          Slowakei

          Behörden verstärken ihre Hitzewarnungen. Schon am Sonntag hätten 152 Menschen einen Kollaps erlitten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur TASR.

          Belgien

          Wegen eines Unwetters musste in Belgien ein Pfadfinderlager im Dorf Felenne nahe der französischen Grenze evakuiert werden. „Ein großer Teil ihrer Zelte war davongeweht worden“, sagte der örtliche Bürgermeister der belgischen Nachrichtenagentur Belga. „Sie waren im Dunkeln mitten in der Natur, ohne ihre Sachen, nur im Schlafanzug.“ Etwa 300 zeltende Pfadfinder zwischen sechs und zehn Jahren verbrachten die Nacht zum Sonntag in einer Schule.

          Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina

          Die drei Länder leiden seit Tagen unter einer Hitzewelle. In der kroatischen Hauptstadt Zagreb erreichte das Thermometer am Montag 37 Grad, in der serbischen Hauptstadt Belgrad 38 Grad. In Bosnien-Herzegowina war es noch heißer: In der Stadt Banja Luka wurden 40, in der Stadt Visegrad 41 Grad gemessen.

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