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Hessen : Zwei Todesfälle durch Keime in Wurst

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Wurst mit Keimen kann lebensgefährlich sein (Symbolbild). Bild: ZB

In Nordhessen sind zwei Menschen an Keimen in Wurst gestorben. Die Behörde hat das Unternehmen geschlossen.

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          Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss ein Fleischhersteller in Nordhessen die Produktion stoppen. Das Veterinäramt des Landkreises Waldeck-Frankenberg habe den Betrieb geschlossen, sagte eine Kreis-Sprecherin am Mittwoch. In Pizzasalami und einer Brühwurst des Unternehmens Wilke Wurstwaren wurden Listerien nachgewiesen. Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) habe einen unmittelbaren Zusammenhang zu zwei Todesfällen, zwei ältere Menschen aus Hessen, ergeben. Zuvor hatte die Hessische-Niedersächsische Allgemeine (HNA) über den Fall berichtet.

          Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion von Listerien meist unauffällig, kann aber gegebenenfalls zu Fieber, Erbrechen und Durchfall führen. Listerien sind Bakterien, die zu Durchfall und Fieber führen können. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie lebensgefährlich sein.

          Zu den Opfern machten die Behörden keine Angaben. Laut der Zeitung „Hessische-Niedersächsische Allgemeine“ (HNA) seien die Veterinärmediziner wegen zweier Listerien-Befunde in Hamburg und Baden-Württemberg aufmerksam geworden. Den ersten Fund in einem Wilke-Produkt habe es im März gegeben. . „Das ist unserer Lebensmittelüberwachung gemeldet worden“, sagte Kreissprecher Hartmut Wecker. Die Behörden hätten dann Proben in dem Betrieb genommen und eine Grundreinigung angeordnet. Das habe nicht geholfen. „Deswegen war es jetzt notwendig, den Betrieb zu schließen, um Quelle und Keimherd zu finden.“ Denn wie die Listerien in die Wurst kamen, sei weiter unklar.

          Staatsanwaltschaft ist informiert

          Von den zwei Todesfällen in Südhessen habe man kürzlich erfahren, sagte Wecker, ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Todesfälle mit Wilke-Produkten in Zusammenhang stünden, liege laut dem RKI-Gutachten bei 99,6 Prozent. Man habe dann schnell reagiert. „Da ist nicht lange abgewartet worden.“ Die Staatsanwaltschaft in Kassel sei über die Vorgänge informiert worden, sagte die Sprecherin.

          Laut dem Landkreis gibt es 37 weitere Krankheitsfälle, die möglicherweise mit den Wurstwaren der Firma im Zusammenhang stehen. Bereits am Dienstagabend sei eine Rückrufaktion angeordnet worden. Betroffen sind sämtliche Produkte mit Ausnahme von Vollkonserven. Die Menge kann der Landkreis nicht abschätzen. Es handele sich allerdings um einen sehr großen Betrieb, der in alle Bundesländer, aber auch weltweit geliefert habe. „Nach unseren Erkenntnisse haben Altenheime und Krankenhäuser über Großhändler auch Produkte von Wilke bezogen.“ Eine Liste der betroffenen Produkte soll es vorerst nicht geben, da alle Fleischwaren auch unter dem Firmennamen verkauft würden.

          Das Unternehmen Wilke Wurstwaren geht nach eigenen Angaben auf eine Dorfmetzgerei vor mehr als 80 Jahren zurück. Die Firma beschäftigt nach Zahlen auf seiner Homepage rund 200 Mitarbeiter und exportiert Waren weltweit.

          Topmeldungen

           Unsere Autorin: Anna-Lena Ripperger

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