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Havariertes Atomkraftwerk : Plutonium im Boden bei Fukushima gefunden

  • -Aktualisiert am

Die Nachrichten aus Fukushima werden immer besorgniserregender: Nun soll Plutonium in Bodenproben gefunden worden sein Bild: REUTERS

Die Meldungen aus Fukushima werden immer beunruhigender: Im Boden rund um das beschädigte Kernkraftwerk sind Spuren von hochgiftigem Plutonium entdeckt worden. Zuvor hatte der Betreiber erstmals eine teilweise Kernschmelze zugegeben.

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          Auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima ist Plutonium im Boden gefunden worden. Das meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco (Tokyo Electric Power Co.). An fünf verschiedenen Punkten des Kraftwerksgeländes sei das hochgiftige Schwermetall festgestellt worden.

          Plutonium befindet in hoher Menge in den Brennstäben der Reaktors 3 und in niedrigerer Konzentration in den abgebrannten Brennelementen in den Abklingbecken aller sechs Reaktoren. Die Betreibergesellschaft nimmt an, dass das Plutonium aus dem Kernbrennstoff des AKW stammt. Die genaue Quelle sei jedoch unbekannt.

          Erstmals sprach der Vizepräsident von Tepco, des Betreibers des Kernkraftwerkes, von „Monaten oder Jahren“ bis zur Überwindung der Krise. Tepco schließt nun auch nicht mehr aus, dass Radioaktivität ins Grundwasser gelangt. Der Leiter der amerikanischen Atomaufsichtsbehörde, Jaczko, bezeichnete bei einem Besuch in Japan die Lage in Fukushima als andauernd ernst und sagte, amerikanische Fachleute versuchten zu helfen. Am Montag erschütterte ein neues Erdbeben der Stärke 6,5 die Katastrophenregion Miyagi.

          Hochradioaktives Wasser könnte direkt ins Grundwasser sickern

          Der japanische Regierungssprecher Edano macht eine partielle Kernschmelze für die gemessenen dramatisch erhöhten Strahlenwerte an Reaktor 2 verantwortlich. Tepco gab bekannt, dass im Wasser von Kontrollschächten eines Kanals auf dem Reaktorgelände am Montag extrem hohe Werte von 1000 Millisievert pro Stunde gemessen worden seien. Das entsprach den am Sonntag gemessenen Werten. Es könne nicht mehr ausgeschlossen werden, dass hochradioaktives Wasser direkt ins Grundwasser sickere, hieß es bei Tepco.

          Edano kritisierte am Montag in Tokio die falschen Angaben über hohe Radioaktivitätswerte vom Sonntag. Ein solcher Fehler sei unverzeihlich, sagte er. Am Sonntag waren die Werte der Radioaktivität in Wasser, das in dem Turbinenraum von Reaktor 2 stand, mit „zehn Millionen Mal“ über dem Normalwert angegeben worden. Tepco zog diese Angaben am Sonntagabend dann allerdings zurück und teilte stattdessen mit, diese seien auf eine fehlerhafte Ablesung der Messgeräte zurückzuführen. Tatsächlich habe man das Hunderttausendfache des Normalwertes gemessen. Auch in den Turbinenräumen der Reaktoren 1 und 3 wurde hoch mit Radioaktivität belastetes Wasser gefunden.

          Wegen der dramatisch erhöhten Werte mussten die Arbeiter aus den Räumen abgezogen werden. Es arbeiten insgesamt 600 Personen im Schichtdienst im beschädigten Kernkraftwerk. Jetzt bemüht man sich, das hochradioaktive Wasser aus den Räumen zu entfernen. Das Wasser muss abgepumpt und sicher gelagert werden, bevor die Arbeiten fortgesetzt werden können. Doch dieser Prozess ist erst in einem Reaktor begonnen worden. Zwar gibt es Becken, die für die Aufnahme des belasteten Wassers gedacht sind. Deren Kapazität wird aber vermutlich nicht ausreichen, um die komplette jetzt ausgetretene Menge aufzunehmen.

          Die japanische Regierung warnte am Montag die Bewohner der 20-Kilometer-Zone um das Kernkraftwerk davor, in ihre Häuser zurückzukehren. Sie setzten sich damit der Gefahr einer Belastung durch radioaktive Strahlung aus.

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