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Schiffsunglück : Havarie der „Costa Concordia“ kostet Reederei 1,5 Milliarden Euro

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In wenigen Wochen soll das Wrack der „Costa Concordia“ nach Genua gebracht werden, wo es verschrottet werden soll Bild: AFP

Der Reederei Costa Crociere kommt das „Costa Concordia“-Unglück teuer zu stehen: 1,5 Milliarden Euro sollen Bergung und Entschädigung verschlungen haben. Der Reederei-Chef kündigt an, nun seinerseits Kapitän Schettino auf Schadenersatz zu verklagen.

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          Für die Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ und Entschädigungszahlungen muss die italienische Reederei Costa Crociere nach eigenen Angaben mindestens 1,5 Milliarden Euro aufbringen. Das Unglück vor mehr als zwei Jahren habe fast zum Ende des Kreuzfahrtunternehmens geführt, sagte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Michael Thamm, der „Bild am Sonntag“. „Wirtschaftlich stehen wir heute wieder da, wo wir vor dem Unfall waren. Aber zwischendurch stand die Existenz dieser Reederei auf dem Spiel.“

          Schwere Vorwürfe erhob Thamm gegenüber dem ehemaligen Kapitän der „Costa Concordia“, Francesco Schettino. „Er hat in einer verantwortungslosen Weise und unter Missachtung aller Vorschriften die Costa Concordia zerstört.“

          Rederei will Schadenersatz von Schettino

          Thamm hofft nach eigenen Angaben auf eine hohe Haftstrafe für Schettino. Der entlassene Kapitän klage derzeit vor dem Arbeitsgericht auf Wiedereinstellung. „Denn er hält sich für unschuldig und für einen guten Kapitän. Das ist lächerlich und wird scheitern“, sagte Thamm. Die Reederei wolle nach Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens Schadenersatz gegen Schettino geltend machen.

          Die „Costa Concordia“ hatte am Abend des 13. Januar 2012 bei einem riskanten Manöver einen Felsen gerammt und war mit 4229 Menschen an Bord nur wenige Meter vor der Toskana-Insel Giglio in Schieflage geraten. Bei dem Unglück starben 32 Menschen, unter ihnen zwölf Deutsche. Der Kapitän verließ das riesige Kreuzfahrtschiff per Rettungsboot und kehrte trotz mehrfacher Aufforderung der Hafenbehörde nicht an Bord zurück, obwohl die meisten Passagiere noch festsaßen. Er muss sich vor Gericht verantworten.

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