https://www.faz.net/-gum-6x035

Havarie der „Costa Concordia“ : Deutsches Opfer identifiziert

  • Aktualisiert am

Behutsam versuchen die Rettungskräfte auf das Wrack vorzudringen, das noch immer abzurutschen droht Bild: dapd

Die italienische Polizei hat bei den Bergungsarbeiten an der „Costa Concordia“ ein deutsches Opfer identifiziert. Die Rettungskräfte haben ihre Arbeit mittlerweile wieder aufgenommen.

          Nach dem Kreuzfahrt-Unglück in Italien ist der Polizei zufolge ein deutsches Opfer identifiziert worden. Von acht bisher identifizierten Leichen stamme eine aus Deutschland, sagte ein Carabinieri-Hauptmann am Sonntag auf der Insel Giglio. Seit dort am Freitag vor einer Woche das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ kenterte, sind zwölf Leichen geborgen worden.

          Unterdessen haben die Bergungsmannschaften ihre Suche nach Vermissten wieder aufgenommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Aus Sicherheitsgründen beschränkte sich die Suche aber zunächst auf die Teile des Schiffes, die aus dem Wasser ragen. Noch immer werden mehr als 20 Menschen vermisst. Die Rettungskräfte hatten ihre Arbeit am Sonntagmorgen zunächst unterbrochen, nachdem festgestellt worden war, dass sich der Havarist erneut bewegt hatte.

          Nur wenige Stunden zuvor war die Suche nach den Vermissten zur obersten Priorität der Bergungs- und Rettungsmannschaften erklärt worden. Das sagte Franco Gabrielli, der von der italienischen Regierung eingesetzte Krisenstabs-Chefs bei den Bergungsarbeiten vor der Insel Giglio. Es gebe auch keinen Zeitvorgabe, wann die Suche nach möglichen Überlebenden eingestellt werden könnte. Taucher hatten erst am Samstag eine zwölfte Leiche im Wrack des Unglücksschiffs entdeckt.

          Insgesamt werden noch mehr als 20 Menschen vermisst. Unter ihnen sind nach jüngsten Angaben 12 Deutsche. Die Vermissten sind nach Ansicht von Gabrielli „wahrscheinlich“ noch an Bord. Daher werde die Suche fortgesetzt.

          Von einem Boot aus machen sich Rettungskräfte ein Bild der Lage Bilderstrecke

          Gezielte Sprengungen sollten den Tauchern neue Zugänge zu dem Deck schaffen. Mindestens zwei Explosionen waren am Morgen im Hafen von Giglio zu hören, an dessen Küste das gekenterte, 290 Meter lange Schiff seit mehr als einer Woche auf felsigem Grund liegt. Die Frauenleiche wurde nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa gegen 13.30 Uhr entdeckt und an Land gebracht.

          Zugleich rückt die drohende Umweltkatastrophe in den Fokus der Entscheidungen. Bis Sonntagabend soll nach Darstellung Gabriellis entschieden werden, wie die mehr als zwei Millionen Liter Treibstoff - vor allem Schweröl - abgepumpt werden können. Bis dahin dürfe die niederländische Spezialfirma Smit mit diesen Arbeiten nicht beginnen, sagte Gabrielli. Er wolle „den größtmöglichen Einsatz“ bringen, um den Inselbewohnern eine Umwelt-Tragödie zu ersparen.

          Kapitän will Hubschrauber beordert haben

          Unterdessen sind Aussagen des unter Hausarrest stehenden Kapitäns Francesco Schettino bekannt geworden, die ihn teilweise entlasten könnten. Nach Medienberichten vom Samstag sagte Schettino bei einer Anhörung vor Gericht, er habe unmittelbar nach der Kollision mit einem Felsen beim Kreuzfahrt-Unternehmen angerufen und sowohl ein Schlepperboot als auch Hubschrauber zur Rettung gefordert.

          Aufschluss erhoffen sich die Behörden durch die Auswertung der sogenannten Black Box. Dort sind alle Telefonate aufgezeichnet, die von der Brücke geführt wurden. Auch der genaue Kurs, der nach Verlassen des Hafens von Civitavecchia gesetzt wurde, kann aus den Aufzeichnungen nachvollzogen werden.
           

          Eine weitere Frauenleiche haben Taucher nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa im gekenterten Wrack des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ gefunden. Der Körper sei im Heck entdeckt worden, nachdem am Samstagmorgen mit gezielten Sprengungen neue Zugänge zu dem Schiff geschaffen worden waren.

          Topmeldungen

          TV-Duell für Tory-Vorsitz : „Wo ist Boris?”

          In einer lebendigen Debatte stellen die Kandidaten für den Vorsitz bei den britischen Konservativen unter Beweis, wie groß das Arsenal präsentabler Politiker der Tory-Partei noch ist. Boris Johnson bleibt der Runde fern – und ein anderer sticht heraus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.