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Haltern und Le Vernet trauern : „Ihr seid immer bei uns“

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Lufthansa-Chef Carsten Spohr (rechts) und Germanwings-Manager Thomas Winkelmann kamen zur Trauerzeremonie in Le Vernet. Bild: Reuters

Mit einer Schweigeminute und Trauerzeremonien haben Verwandte und Freunde der Germanwings-Opfer gedacht. Auch Lufthansa-Chef Spohr ist an die Absturzstelle gereist. Er äußerte sich auch zu den Entschädigungen.

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          Am ersten Jahrestag des Germanwings-Absturzes haben hunderte Hinterbliebene bei einer Trauerzeremonie in den französischen Alpen der Toten gedacht. In dem nahe der Absturzstelle gelegenen Dorf Le Vernet wurde am Donnerstag um 10.41 Uhr eine Schweigeminute abgehalten – zu diesem Zeitpunkt war der Airbus A320 mit 150 Menschen an Bord vor einem Jahr an einem Berghang zerschellt.

          Bei der Gedenkveranstaltung wurden auch die Namen der Todesopfer verlesen. Auf dem Friedhof der kleinen Gemeinde, wo die nicht identifizierten sterblichen Überreste der Opfer in einem Gemeinschaftsgrab bestattet wurden, war eine Kranzniederlegung vorgesehen. In die französischen Alpen waren auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann gereist.

          Vor Beginn der Gedenkfeier hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr seinen Willen für „konstruktive Lösungen“ bei den Entschädigungen für die Angehörigen bekräftigt. „Wir haben von Anfang an gesagt, wir werden uns großzügig zeigen und haben uns auch im ersten Jahr großzügig gezeigt“, sagte Spohr am Donnerstag in Le Vernet in der Nähe des Absturzortes in den französischen Alpen. Für jedes Opfer wurde nach Angaben von Germanwings eine Soforthilfe von 50.000 Euro gezahlt. Dazu sollen 25.000 Schmerzensgeld für jeden Toten gezahlt werden. Nächste Angehörige sollten ohne weitere Prüfung 10.000 Euro bekommen.

          Streng abgeschirmt durch Zelte fand die Trauerzeremonie in Frankreich statt.

          „Wir sind heute nach Le Vernet gekommen, um der Opfer zu gedenken und ihnen die Ehre zu erweisen“, sagte Spohr. „Dieser tragische Absturz hat unglaubliches Unglück über viele, viele Menschen gebracht. Dieses Unglück können auch wir nicht lindern, aber wir können zumindest den Angehörigen beistehen.“ Die Zeremonie in der französischen Gemeinde begann streng abgeschirmt am Vormittag.

          In Haltern in Nordrhein-Westfalen erinnerten Schüler und Angehörige mit Blumen und Kerzen an die Opfer. Auf einem Spruchband steht: „Ihr seid immer bei uns.“ Unter den Absturzopfern waren auch 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums aus Haltern.

          Der psychisch kranke Copilot Andreas Lubitz hatte den Airbus A320 am 24. März 2015 absichtlich in den Felsen gesteuert. Flug 4U9525 war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. Alle 150 Menschen an Bord starben, 72 davon aus Deutschland. 51 der Opfer stammten aus Spanien.

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