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Großbrand im Grunewald : Hubschrauber löschen im Fünf-Minutentakt

  • Aktualisiert am

Die Bundespolizei unterstützt die Löscharbeiten im Grunewald aus der Luft. Bild: dpa

Seit Tagen ist die Berliner Feuerwehr im Einsatz, um Glutstellen im Grunewald endgültig zu löschen. Jetzt gibt es Unterstützung aus der Luft.

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          Hubschrauber der Bundespolizei sind am Dienstagabend eingesetzt worden, um den noch heißen Sprengplatz im Berliner Grunewald mit Wasser aus der Luft zu kühlen und glühende Stellen zu löschen. Die zwei von der Feuerwehr angeforderten Hubschrauber waren am Abend ab etwa 17.00 Uhr „im Prinzip im Fünf-Minutentakt“ unterwegs, um Wasser aus der nahe gelegenen Havel zu holen und über dem Sprenggelände abzuwerfen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr der dpa. Ein dritter Hubschrauber habe den Einsatz bis in die Abendstunden begleiten, der voraussichtlich bis zum Einbruch der Dunkelheit andauern sollte.

          Die Einsatzkräfte versprachen sich viel von der Aktion: „Wir erhoffen uns eine große Wirkung“, sagte der Feuerwehrsprecher. Man habe entgegen einer ersten Einschätzung festgestellt, dass auch das Waldgebiet südlich des Sprengplatzes recht stark durch Munition belastet sei, die durch die Explosionen umhergeflogen sei. „Aber die Brandbekämpfung aus der Luft ist jetzt möglich.“

          Die Hubschrauber der Bundespolizei können mit einem großen, unter ihnen hängenden Behälter Hunderte Liter Wasser auf einmal transportieren. Der Behälter wird in der Luft über der geplanten Stelle geöffnet und das Wasser verteilt sich über ein Feuer oder das Zielgebiet. Durch die Rauchentwicklung und die teils noch offenen Flammen sei das Gebiet, wo gelöscht werden müsse, gut aus der Luft erkennbar, erklärte der Feuerwehrsprecher. Einsatzkräfte der Feuerwehr seien zudem teils zur Beratung der Piloten mitgeflogen.

          Nicht der erste Löscheinsatz aus der Luft

          Die Hubschrauber wurden zuletzt auch bei den Waldbränden in Sachsen eingesetzt. Am Dienstag kamen sie dem Feuerwehrsprecher zufolge aus Sachsen nach Berlin. Am Mittwoch sollten sie nach derzeitigem Planungsstand aber nicht im Grunewald eingesetzt werden, weil man sie in Sachsen brauche, sagte der Sprecher.

          Auf dem Sprenggelände, wo die Polizei 30 Tonnen alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper lagerte, hatte es in der Nacht zum Donnerstag heftig gebrannt. Die Ursache ist noch nicht bekannt. Zahlreiche Explosionen waren zu hören. Wegen der Gefahr durch verstreute Munition und alte Weltkriegsbomben konnte die Feuerwehr bisher nur mit einem Löschpanzer und Löschrobotern die heißen Stellen am Boden und die restlichen Sprengkörper kühlen. Auch in der Nacht zum Dienstag wurden wieder kleinere Brände gesichtet und kleinere Explosionen gehört.

          Am sechsten Tag des Brandes auf dem Sprengplatz war die Lage weiter gefährlich. Die Autobahn Avus, die etwa 500 Meter vom Sprengplatz entfernt ist, blieb am Dienstag zunächst weiter gesperrt - ob sie am Mittwoch wieder geöffnet werden könne, war dem Feuerwehrsprecher zufolge am Abend noch unklar.

          Die Feuerwehrleute löschten die Brände tagsüber vom Rand des 550-Meter-Sperrkreises aus. Das Gelände war am Dienstag schon deutlich kühler als am Montagmorgen, als noch Temperaturen von 140 Grad gemessen wurden. Aber einzelne Stellen seien immer noch sehr warm, hieß es. Wenn die Temperaturen dauerhaft unter 60 Grad bleiben würden, sei es möglich, den Sperrkreis zu verringern, sagte der Sprecher. Dann sei auch eine Freigabe der Autobahn möglich.

          Am Dienstag waren wieder rund 250 Einsatzkräfte vor Ort: Feuerwehrleute, Polizisten mit Wasserwerfern, Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW), der Bundeswehr, des Roten Kreuzes und der Forstverwaltung.

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