https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/grunewald-brand-nach-explosion-auf-sprengplatz-der-polizei-18220193.html

Brand im Berliner Grunewald : Mit Bergepanzern und Wasserwerfern gegen die Flammen

Ein Wasserwerfer der Polizei während der Löscharbeiten im Grunewald Bild: dpa

In Berlin brennt der Grunewald. Weil immer wieder Munition detoniert, gestalten sich die Löscharbeiten schwierig. Die Lage ist weiterhin nicht unter Kontrolle, heißt es von der Feuerwehr.

          4 Min.

          Im Berliner Grunewald haben explodierende Munitionsteile und Feuerwerkskörper auf dem offiziellen Sprengplatz des Landes Berlin einen größeren Brand ausgelöst. Das Feuer im Südwesten der Stadt breitete sich seit 3.30 Uhr am Donnerstagmorgen rasch und unkontrolliert aus. Die anrückende Feuerwehr konnte aber zunächst wenig dagegen ausrichten. Die Brandbekämpfer mussten sich von dem Sprengplatz wegen um­herfliegender Teile rasch wieder zurück­ziehen. Amateuraufnahmen von dem Gelände zeigen eine Vielzahl von Explosionen von Feuerwerkskörpern. Weitere explodierende Munition bedeutete eine zu große Gefahr für die Löschenden. Löschhubschrauber, um die die Bundeswehr zunächst gebeten wurde, kamen nicht zum Einsatz, dafür setzte die Bundeswehr Bergepanzer ein, die am Rand des Sperrgebietes eine Schneise schlugen.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          So wurden dann auch Wasserwerfer und Räumfahrzeuge der Polizei in das Brand­gebiet entsandt. Die Berliner Feuerwehr begann sowohl von der Unterhavel als auch von einem See im Grunewald, Lösch­wasserschläuche aus- und Becken mit ­Vorräten anzulegen, allerdings in einer Entfernung von etwa einem Kilometer zum Brandherd. Dort wurde auch der Waldboden durchnässt, um das Feuer zu bremsen. Die Polizei hatte unterdessen seit dem frühen Morgen sowohl die Avus-Autobahn als auch die Bahnstrecken des Nah- und Fernverkehrs entlang des Brandgebiets vollständig gesperrt.

          Die Ursache für den Brand im Grunewald ist nach Angaben der Berliner Feuerwehr nach wie vor unklar. „Das war heute hier großes Thema: Wie kann es dazu kommen?“, sagte der Sprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein, am Donnerstagabend in einer rbb-Sondersendung zum Großbrand im Südwesten Berlins. Kirstein wies darauf hin, dass auf dem Sprengplatz im Grunewald bereits mehrere Gebäude „in Vollbrand“ gestanden hätten, als die Feuerwehr am frühen Morgen dort eingetroffen sei.

          Die Ursachenermittlung übernehme aber die Polizei. „Wir haben heute mehrere Gespräche auch mit den Sprengmeistern gehabt“, so der Feuerwehrsprecher. „Die ermitteln da auch gemeinsam mit dem LKA in alle Richtungen, die sind natürlich auch daran interessiert, wie es dazu kommen konnte.“

          Die Löscharbeiten gestalteten sich als schwierig, da auf dem Gelände weitere Munitionsteile und Feuerwerkskörper explodierten, teilte die Feuerwehr am ­Donnerstag mit. Noch Stunden nach dem Ausbruch des Brandes kommen die Einsatzkräfte nicht an den Sprengplatz heran, sind Knallgeräusche zu hören. Wegen der Gefahr weiterer Explosionen zieht die Feuerwehr einen Sperrkreis von rund 1000 Metern. Am späten Nachmittag dann eine gute Nachricht: Auch in dieser Sicherheitszone gehen die Löscharbeiten los.

          Einschränkungen im Straßenverkehr auch am Freitag möglich

          Innerhalb der Sicherheitszone hatte sich das Feuer tagsüber deutlich ausgebreitet: Am Vormittag ging die Feuerwehr von einem Brand auf einer Fläche von etwa 1,5 Hektar aus, das entspricht gut zwei Fußballfeldern. Stunden später gab die Feuerwehr die betroffene Fläche mit rund 50 Hektar an. Aber: „Die brennen nicht alle komplett, die sind zum Teil nur verraucht“, erklärte ein Sprecher.

          Topmeldungen

          Die EU-Länder haben sich vorgenommen, ihren Gasverbrauch um mindestens 15 Prozent zum Frühling zu reduzieren.

          Standpunkt : Wo ist die Energiestrategie gegenüber Russland?

          Es ist, als spielte Europa Schach mit bereits festgelegten Zügen, unfähig, auf Russlands Vorgehen zu reagieren. Dabei gibt es die Möglichkeit, das Heft des Handelns zu übernehmen. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.