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Grubenunglücke : Rettung in China, Bangen in Neuseeland

  • Aktualisiert am

Rettungskräfte in China tragen einen geretteten Kumpel fort Bild: dapd

Alle 29 von Wassermassen eingeschlossenen Bergleute in der Batian-Mine in China sind gerettet. Dagegen gibt es für die 29 verschütteten Bergleute in Neuseeland drei Tage nach der heftigen Explosion in einer Grube kaum noch Hoffnung.

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          Nach einer Überschwemmung in einem Kohlebergwerk im Südwesten von China haben die Rettungskräfte am Montag alle 29 eingeschlossenen Bergleute geborgen. Das Staatsfernsehen übertrug die 24 Stunden dauernde Rettungsaktion. Menschenmassen erwarteten die Kumpel am Eingang der Mine. Die Menge klatschte jedes Mal Beifall und brach in Jubel aus, wenn wieder einer der Bergleute, barfüßig und nackt, nach oben gebracht wurde. Sanitäter wickelten die Geretteten in Daunendecken, auf Bahren wurden sie umgehend zu den bereitstehenden Krankenwagen transportiert. Die Bergleute trugen Sonnenbrillen, um ihre Augen nach der Zeit unter Tage vor dem Licht zu schützen. Ursprünglich war von 28 Vermissten ausgegangen worden. Die Zahl wurde am Montag jedoch nach oben revidiert, nachdem die Rettungsmannschaften erstmals Kontakt mit den Eingeschlossenen herstellen konnten.

          Die Bergleute waren am Sonntag in der Batian-Mine in der Provinz Sichuan von den Wassermassen überrascht worden. 13 Kumpel konnten sich retten. Die Ursache für die Überschwemmung war zunächst nicht bekannt. In die Mine in der Stadt Neijiang waren den Angaben zufolge etwa 4000 Kubikmeter Wasser eingedrungen.

          Starke Detonation in Neuseeland

          Für die 29 verschütteten Bergleute in Neuseeland gibt es dagegen drei Tage nach dem Grubenunglück kaum noch Hoffnung. Für die Angehörigen werde die Lage „mit jeder Stunde“ besorgniserregender, sagte der Betreiber der Pike River Mine an der Westküste der Südinsel, Peter Whittall, am Montag. Die Rettungstrupps rechneten inzwischen mit allem, auch mit dem Tod der unter Tage eingeschlossenen Arbeiter, sagte der Leiter des Einsatzes, Gary Knowles, vor Journalisten.

          In Neuseeland haben Angehörige kaum noch Hoffnung

          Von den 29 Kumpel gibt es seit einer verheerenden Gasexplosion am Freitagnachmittag kein Lebenszeichen. Lediglich zwei Arbeiter konnten sich aus dem Stollen in Sicherheit bringen. Einer von ihnen berichtete von einer „extrem starken Detonation“, die ihm den Boden unter den Füßen weggerissen habe. Als er aufgestanden sei, habe er nur noch „dichten, weißen Rauch“ gesehen, sagte der 24-jährige Daniel Rockhouse, dessen Bruder immer noch unter Tage eingeschlossen ist, der Zeitung „New Zealand Herald“.

          Wegen der anhaltend hohen Methangas-Konzentration in der Mine konnten bisher noch keine Helfer zu den Verschütteten geschickt werden. Noch am Montag sollte zumindest eine kleine Bohrung fertiggestellt werden, über die Kameras und ein ferngesteuerter Roboter in die Tiefe gelassen werden können. Die Rettungsmannschaften wollen sich so ein besseres Bild von der Lage unter Tage machen.

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