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Grubenunglück : Schrecken in Tallmansville: Doch nur ein Überlebender

  • Aktualisiert am

Traurige Nachrichten für Tallmansville Bild: AP

Die Angehörigen hatten das Wunder von Tallmansville bereits gefeiert. Doch bei dem schweren Minenunglück in der amerikanischen Kohlegrube ist entgegen ersten Berichten doch nur einer von dreizehn vermißten Bergleuten lebend geborgen worden.

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          Eine herzzerreißende Enttäuschung haben die Angehörigen von elf verschütteten Bergarbeitern in den Vereinigten Staaten erlebt: Drei Stunden nach der vermeintlichen Rettung ihrer Ehemänner und Väter im Kohlebergwerk von Tallmansville im Bundesstaat West Virginia erhielten sie die schreckliche Nachricht, daß die Verschütteten doch ums Leben gekommen sind. Nur ein einziger Arbeiter konnte lebend ans Tageslicht geholt werden.

          Bei dem schwersten Grubenunglück des Landes seit 37 Jahren kamen insgesamt zwölf Bergleute ums Leben. Nach der Bergung eines ersten Todesopfers teilte der Gouverneur von West Virginia, Joe Manchin, am Dienstag abend zunächst mit, er habe Informationen, daß zwölf Bergleute das Explosionsunglück überlebt hätten. Die in einer Kirche versammelten Familienmitglieder liefen jubelnd ins Freie und riefen: „Sie leben!“ Dann wurde aber nur ein Arbeiter lebend nach oben gebracht - der 27jährige Randal McCloy wurde bewußtlos und schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Dann wurde nach und nach die schreckliche Tatsache Gewißheit: Alle anderen Arbeiter waren ums Leben gekommen.

          Panik in der Kirche

          Er habe in seinem ganzen Leben noch nichts Schlimmeres erfahren, sagte Gouverneur Manchin. Der Vorstandschef der Betreibergesellschaft International Coal Group, Ben Hatfield, führte die Fehlinformation auf eine Kommunikationspanne zurück. Die falsche Nachricht verbreitete sich, weil jemand ein Handygespräch mit anhörte, in dem Einsatzkräfte mitteilten, daß sie zwölf Arbeiter gefunden hätten. „Diese Information machte wie ein Lauffeuer die Runde, weil sie aus der Einsatzzentrale kam“, sagte Hatfield. Nach der Aufklärung des tragischen Irrtums brach eine Panik in der Kirche aus. Mehrere Angehörige brachen zusammen. Es kam zu Rangeleien mit Einsatzkräften. Nick Helms, der Sohn des Bergarbeiters Terry Helms, klagte, daß es noch nicht einmal eine Entschuldigung für die Fehlinformation gegeben habe.

          Bild: dpa

          Die Explosion war das schwerste Grubenunglück in den Vereinigten Staaten seit November 1968. Damals kamen ganz in der Nähe 78 Männer ums Leben, unter ihnen ein Onkel von Gouverneur Manchin. Die Explosion wurde am Montag vermutlich von einem Blitzschlag ausgelöst. Das Kohlebergwerk stürzte teilweise ein. In dem Bergwerk wurden jährlich 800.000 Tonnen Kohle gefördert. Bei einer Betriebsprüfung Ende vergangenen Jahres wurden 46 Sicherheitsmängel aufgedeckt.

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