https://www.faz.net/-gum-9cm3e

Rauchwolken über Athen : Große Feuer wüten in Griechenland

  • Aktualisiert am

„Es ist das sogenannte schlimmste Szenario eingetreten“, sagte der Chef des griechischen Zivilschutzes, Giannis Kapakis, im Fernsehen. Bild: dpa

Seit Tagen herrschen Temperaturen von 40 Grad, es ist extrem trocken und jetzt kommt auch noch starker Wind hinzu. In Griechenland geraten zwei Waldbrände außer Kontrolle.

          2 Min.

          Zwei große Waldbrände westlich und östlich von Athen sind am Montag außer Kontrolle geraten. Die Feuer waren so groß, dass Rauchwolken die griechische Hauptstadt erreichten und die Sonne verdunkelten. In der Region haben Tausende Athener ihre Ferienwohnungen. Auch in der Hafenstadt Rafina stiegen am Montagabend riesige Rauchwolken in den Himmel. Die Flammen erreichten die Häuser. Tausende Menschen flohen aus der Region. Sämtliche Straßen waren verstopft, wie das Fernsehen zeigte.

          „Ich habe einen verbrannten Menschen gesehen“, sagte der Bürgermeister von Rafina, Evangelos Bournous, im griechischen Nachrichtensender Skai. Die Feuerwehr teilte mit, acht Menschen seien verletzt worden. Von Todesopfern war bei der Feuerwehr zunächst nicht die Rede. Griechenland habe zudem andere Länder der EU um Hilfe gebeten, sagte eine Feuerwehrsprecherin am Montagabend weiter.

          Der griechische Regierungschef zeigte sich besorgt: „Meine Gedanken sind bei den Menschen und den Einsatzkräften“, sagte er im griechischen Fernsehen (ERT). Er äußerte den Verdacht, dass Brandstifter hinter den Feuern stecken könnten. Wie das Staatsfernsehen (ERT) weiter berichtete, brach Tsipras am Montagabend einen Besuch in Bosnien-Herzegovina ab und wollte in der Nacht nach Griechenland zurückfliegen.

          Eine Rauchwolke färbt Teile des Himmels über Athen orange.
          Eine Rauchwolke färbt Teile des Himmels über Athen orange. : Bild: dpa

          Tsipras ordnete an, dass Feuerwehren anderer Regionen sowie das Militär nach Athen zur Hilfe eilen, berichtete das Staatsradio. Bürgermeister der betroffenen Regionen sagten Reportern vor Ort, es seien mehr als 200 Häuser und Hunderte Autos allein im Osten Athens zerstört oder beschädigt worden. Mehrere Kinder-Zeltlager mussten im Osten Athens evakuiert werden. Die Feuerwehrleute kämpften am Abend in bewohntem Gebiet im Osten Athens gegen die Flammen, wie übereinstimmend TV-Snder zeigten.

          Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen.
          Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen. : Bild: dpa

          Die Feuerwehr, freiwillige Helfer und das Militär müssen nach dem Einbruch der Dunkelheit ohne die Hilfe der Löschflugzeuge und Hubschrauber kämpfen. Zurzeit herrschen in Griechenland Temperaturen um die 40 Grad. Zudem wehen in der betroffenen Region Windböen der Stärke sieben.

          „Es ist das sogenannte schlimmste Szenario eingetreten“, sagte der Chef des griechischen Zivilschutzes, Giannis Kapakis, im Fernsehen. Der Brand tobe in einem dicht mit Pinien bewaldeten Gebiet, und überall gibt es Ferienhäuser. Viele Einwohner flüchteten in Panik, berichteten Reporter vom Ort des Feuers. Strom, Telefon und Internet fielen in einigen Regionen aus. Fernsehreporter zeigten mehrere abgebrannte Häuser.

          Wegen der starken Rauchbildung wurden die Autobahn und die Bahnverbindung zwischen Athen und Korinth geschlossen, teilte die Verkehrspolizei mit. „Es wird eine lange Nacht werden“, sagte ein Feuerwehrmann im Fernsehen.

          Topmeldungen

          So spannend wie lange nicht mehr: Zwischen SPD und Union ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen

          Allensbach-Umfrage : Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union

          Kurz vor der Bundestagswahl ist das Rennen zwischen SPD und Union um Platz Eins weiter offen. In der letzten Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der F.A.Z. verkürzt sich der Abstand zwischen den beiden Parteien.
          Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln, gibt am Freitag in Köln im Garten des Erzbischöflichen Hauses ein Statement ab.

          Papstentscheidung zu Woelki : Das Vertrauen ist definitiv verloren

          Man muss wohl ein unverbesserlicher Optimist sein, um zu hoffen, dass die Krise im Erzbistum Köln mit einer mehrmonatigen „geistlichen Auszeit“ Kardinal Woelkis zu lösen ist. Denn sie lässt nicht nur viele Betroffene ratlos zurück.
          Einfamilienhäuser in einer Siedlung in Köln-Widdersdorf

          Immobilienmarkt : Der nächste Preisrekord am Immobilienmarkt

          Die Preise sind innerhalb eine Jahres um ein Zehntel gestiegen – die Blasengefahr wächst. Die von der Politik versprochene Bauoffensive halten Fachleute für illusorisch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.