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Zum zweiten Mal : Feuer zerstört Glasgows historische Kunsthochschule

  • Aktualisiert am

Das historische Gebäude stand lichterloh in Flammen. Bild: Twitter/@Banpo_Monkey/via Reuters

Flammen und eine Rauchsäule über der Stadt: Die Glasgow School of Art ist in der Nacht in Flammen aufgegangen. Der Jugendstil-Prachtbau war schon einmal ausgebrannt und gerade erst fast fertig restauriert worden. Ein Wiederaufbau ist fraglich.

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          Rauchwolken über Glasgow und eine schottische Ikone in Flammen: Zum zweiten Mal binnen weniger Jahre ist das historische Gebäude der Kunsthochschule in Glasgow durch einen Großbrand massiv beschädigt worden. Der 2014 schon einmal vom Feuer verzehrte und anschließend mit Millioneninvestitionen wieder hergerichtete Sandsteinbau ging in der Nacht zum Samstag erneut in Flammen auf. Selbst ein Großaufgebot von 120 Feuerwehrleuten konnte die Lage bis zum Morgen nicht unter Kontrolle bringen. Die Brandursache war zunächst unklar. Hinweise auf Verletzte gab es nicht, umliegende Häuser wurden aber vorsichtshalber evakuiert.

          Das Hauptgebäude der Hochschule war Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen des schottischen Architekten Charles Rennie Mackintosh (1868-1928) errichtet worden, einem wichtigen Vertreter des Jugendstils. Es gehört zu den bekanntesten Bauwerken Schottlands und zieht jährlich tausende Touristen an. Schon Ende Mai 2014 hatte es schweren Schaden durch ein Feuer genommen, als ein defekter Projektor eine leicht entzündliche Kunstinstallation in Brand setzte und die Flammen rasch auf das gesamte Gebäude übergriffen. Beim Anblick des Infernos brachen umstehende Studenten und Lehrer damals in Tränen aus.

          Feuer bricht vor Mitternacht aus

          Auch diesmal breitete sich das am Freitagabend gegen 23 Uhr ausgebrochene Feuer wieder rasant aus. „Die Einsatzkräfte arbeiten hart, um das ausgewachsene Feuer zu löschen, dass das Mackintosh-Gebäude der Glasgow School of Art erfasst hat“, teilte die Feuerwehr kurz nach Mitternacht auf Twitter mit.

          Doch auch in den Stunden danach brannte das Hauptgebäude der Hochschule lichterloh weiter, sogar umliegende Gebäude gingen in Flammen auf und wurden schwer beschädigt. Eine hohe Rauchsäule ragte kilometerweit sichtbar in den Himmel über Schottlands größter Stadt.

          Mitten in der Nacht kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen. Bilderstrecke
          Mitten in der Nacht kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen. :

          Am Samstagmorgen waren nach Feuerwehrangaben 120 Einsatzkräfte und 20 Löschfahrzeuge an den „extrem herausfordernden und schwierigen“ Löscharbeiten beteiligt. Wie hoch der Sachschaden liegt, war zunächst nicht absehbar.

          Schwere Stunde für Schottland

          Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sprach auf Twitter von einer „extrem ernsten Situation“ und bedankte sich bei den Rettungskräften. Das Schicksal des einmal mehr verheerten Prachtgebäudes „bricht mir das Herz“, schrieb sie auf Twitter. Laut dem Glasgower Parlamentsabgeordneten Paul Sweeney und übereinstimmenden Augenzeugenberichten dürfte das Ausmaß der neuerlichen Brandtragödie das des Feuers von 2014 nochmals deutlich übertreffen. Sweeney rief zu einem „nationalen Kraftakt“ auf, „um eines der prächtigsten Denkmäler der weltweiten Architekturgeschichte zu retten und wieder aufzubauen.“

          Die Hochschule hat mehrere bekannte zeitgenössische Künstler hervorgebracht, darunter die Turner-Prize-Gewinner Simon Starling, Richard Wright und Martin Boyce. Die aufwendigen Restaurationsarbeiten hätten Medienberichten zufolge im nächsten Jahr abgeschlossen werden sollen. Laut der Nachrichtenagentur Press Association waren dafür Kosten von umgerechnet bis zu 40 Millionen Euro veranschlagt.

          Auf Twitter äußerten viele Stadtbewohner die Sorge, das jüngste Feuer könnte dem Kulturdenkmal endgültig den Garaus gemacht haben. „Ich habe das Feuer 2014 gesehen, und dieses hier ist wesentlich schlimmer“, berichtete der inzwischen als Journalist tätige Absolvent David Pratt. „Ich glaube, das Mackintosh-Gebäude ist am Ende. Völlig am Ende.“

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