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Gesunkener Öltanker in China : Sorge vor schweren Umweltschäden

Zurück bleiben Feuer, Rauch und jede Menge Schmutz Bild: EPA

Chinas staatliche Meeresbehörde hat die Folgen des Schiffsunglücks zuerst heruntergespielt – jetzt wird langsam das wahre Ausmaß der Katastrophe absehbar. Die Reinigungsarbeiten könnten Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

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          Nach dem Sinken des iranischen Öltankers „Sanchi“ vor der Ostküste Chinas wächst die Sorge vor erheblichen Umweltschäden durch austretendes Leichtölkondensat. Die Reinigungsarbeiten könnten Jahrzehnte in Anspruch nehmen, sagte der Biotechnologe Fu Pengcheng von der Peking-Universität am Montag dem Staatssender CCTV. Der Experte warnte vor potentiellen Folgen für die Fischerei und das maritime Ökosystem. Nun sei es wichtig, möglichst schnell Experten in das betroffene Gebiet zu bringen, um einen Plan zur Schadensbegrenzung aufzustellen. In dem Fernsehbericht hieß es weiter, das verschmutzte Gebiet umfasse eine Fläche von etwa 18 mal sieben Kilometer und habe sich seit Sonntag vervielfacht. In den Tagen zuvor hatte Chinas staatliche Meeresbehörde die Folgen des Schiffsunglücks noch heruntergespielt. 

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Die unter der Flagge Panamas fahrende „Sanchi“ war am 6. Januar mit einem Frachter kollidiert und in Brand geraten. Keines der 32 Besatzungsmitglieder des Tankers aus Iran und Bangladesch  konnte lebend geborgen werden. Am vergangenen Sonntag war das Schiff schließlich nach einer Explosion rund 530 Kilometer östlich von Shanghai gesunken.

          Ursprünglich hatte es 136.000 Tonnen leicht flüchtigen Leichtölkondensats geladen. Wie viel davon bereits in den Tagen nach der Kollision verbrannt oder in die Luft entwichen war, ist unklar. Zudem soll die „Sanchi“ noch etwa 1000 Tonnen Treibstoff im Tank gehabt haben.

          Nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist eine Schadensbewertung bislang noch nicht möglich. Da sich Leichtölkondensat anders als Schweröl schnell im Wasser verteile, seien Reinigungsarbeiten nach dem Sinken des Schiffes aber schwierig, erklärte die Organisation am Montag.

          In dem betroffenen Gebiet überwintern und laichen viele Fischarten, die für die Fischerei eine große Rolle spielen. Auch Wale könnten betroffen sein. Darüber hinaus könnten toxische Elemente des Kondensats Luftverschmutzung verursachen. Im Zerfallsprozess könnten für den Menschen giftige Stoffe entstehen. Greenpeace hält es aber auch für denkbar, dass ein großer Teil des Leichtölkondensats bereits verbrannt oder in die Luft entwichen ist.

          Die Ursache des Unglücks ist bislang unklar. Am Samstag hatte ein chinesisches Rettungsteam den Datenrekorder des Schiffes sichergestellt. Iran teilte mit, man gehe davon aus, dass alle Besatzungsmitglieder tot seien. Nur drei Leichname konnten in den vergangenen Tagen geborgen werden.

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