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Flugzeug-Absturz : In Haltern regnen Blumen auf die Leichenwagen

  • -Aktualisiert am

Der Leichenwagen-Konvoi in Haltern: Anwohner drücken ihre Trauer aus Bild: Reuters

Die ersten Opfer des Germanwings-Absturzes sind zurück in Deutschland. In Haltern erweisen die Anwohner den 16 verstorbenen Schülern des Joseph-König-Gymnasiums die letzte Ehre.

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          Es ist eine Fahrt der letzten Ehre, zu der am Mittwochnachmittag ein Konvoi am Düsseldorfer Flughafen aufbricht. Sechzehn weiße und schwarze Leichenwagen setzen sich mit 16 Särgen in Bewegung. Es sind die Särge jener 16 Schüler des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See, die am 24. März in der Germanwings-Maschine saßen, die Kopilot Andreas Lubitz absichtlich in den französischen Alpen zum Absturz brachte. 150 Menschen kamen ums Leben. Angehörige fahren in Bussen am Ende des Leichenzuges, der von Polizeifahrzeugen auf den rund 80 Kilometern nach Haltern am nördlichen Rand des Ruhrgebiets begleitet wird. Systematisch blockieren die Beamten auf der Autobahn auch die Überholspur.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Am späten Dienstagabend war eine erste Maschine mit den sterblichen Überresten von 44 der insgesamt 72 deutschen Opfer des Germanwings-Absturzes in Düsseldorf gelandet. In einem Hangar des Flughafens wurden die Särge in einer von der Öffentlichkeit abgeschotteten Zeremonie an die Angehörigen übergeben. Auf 16 weißen Särgen waren jeweils Fotos der verstorbenen Schüler aus Haltern angebracht. Sie waren am 24. März gemeinsam mit zwei Lehrerinnen auf der Heimreise von einem Sprachaustausch in Spanien.

          Die Rückführung der sterblichen Überreste der Opfer hatte sich zuletzt aus bürokratischen Gründen verzögert. Wie der Bürgermeister des kleinen französischen Orts Prads-Haute-Bléone (der der Absturzstelle am nächsten gelegene Ort) im französischen Fernsehen sagte, gab es Schwierigkeiten bei der Ausstellung der Totenscheine. Viele der Geburtsurkunden, die man erhalten habe, um den Tod amtlich zu bestätigen, seien für seine Mitarbeiter nicht zu entziffern gewesen. Zudem stelle seine 186-Einwohner-Gemeinde übers Jahr sonst fünf bis sechs Totenscheine aus. „Und da waren es plötzlich 150 auf einen Schlag, die wir in Rekordzeit bearbeiten mussten.“

          18 Bäume zu Ehren der Schüler und Lehrer gepflanzt

          Zum Abschluss fährt der Konvoi mit den sterblichen Überresten der 16 Schüler am Mittwochnachmittag durch Haltern. Dabei läuten die Glocken der Sixtus-Kirche. Auch am Joseph König-Gymnasium fährt die Leichenwagen-Kolonne vorbei. Dort trägt die Polizei ebenfalls dafür Sorge, dass die Würde gewahrt bleibt. Mehrere Straßen sind gesperrt. Die Straße vor dem Gymnasium ist von weißen Grablichtern und weißen Rosen gesäumt. Mehrere hundert Halterner stehen still am Straßenrand, darunter viele Schüler des Gymnasiums. Einige werfen Blumen auf die weißen Bestattungswagen.

          Als Zeichen des dauerhaften Erinnerns haben Klassenkameraden und Lehrer 18 Bäume für die 16 Schüler und zwei Lehrerinnen gepflanzt, die bei dem Absturz ums Leben kamen. Nach dem Trauerzug durch Haltern sollten die Särge zu den Bestattern gebracht werden. Die erste Beerdigung soll am Freitag stattfinden, die letzte am Freitag in zwei Wochen. Auch an diesen Tagen wird die Polizei in Haltern noch einmal damit beschäftig sein, die Angehörigen vor ungebeten Zuschauern und aufdringlichen Fotografen abzuschirmen.

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