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Geisterfahrer rammt Reisebus : Deutsche Opfer bei Unfall in Argentinien

  • -Aktualisiert am

Nach dem Unfall in Argentinien: Die Sicherheitskräfte versuchen das ausgebrannte Wrack des Busses zu bergen. Bild: dpa

19 Menschen kamen ums Leben, als in Argentinien ein Reisebus mit einem Lastwagen zusammenprallte. Unter den Toten ist auch eine Frau aus Augsburg und deren Tochter.

          Unter den 19 Personen, die bei einem Geisterfahrerunglück in der nordargentinischen Provinz Mendoza ums Leben kamen, sind eine Frau aus Augsburg und ihre Tochter. Der Familienvater liege schwerverletzt im Krankenhaus, bestätigten die Behörden in der Nacht zum Dienstag. Bei dem Unfall auf der Autobahn 7 war der mit 28 Passagieren und zwei Fahrern aus Richtung Córdoba kommende Reisebus frontal mit einem Lastwagen zusammengestoßen, der mit einer Ladung Knoblauch aus Brasilien kam und in die falsche Fahrtrichtung auf die Autobahn auffuhr. Der Bus konnte nicht ausweichen, weil er gerade überholte. Mehrere Personen hatten der Polizei zuvor gemeldet, dass der Lastwagenfahrer betrunken war. Die Meldungen gingen drei Stunden vor dem Unfall bei der Polizei ein, die jedoch nicht reagierte. Am Dienstag hieß es, neun Beamte seien deswegen festgenommen worden.

          Die Fernbusse in Argentinien sind selten an schweren Unfällen beteiligt. Neben dem Flugzeug sind sie das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel. Das einst gut ausgebaute Eisenbahnnetz des Landes ist fast nicht mehr vorhanden. Anders als bei den Fernbussen ist die Unfallbilanz der in und um Buenos Aires verkehrenden Linienbusse erschreckend. Jahr für Jahr kommt es zu hunderten Unfällen. Statistisch gesehen ist jeden zweiten Tag ein Todesopfer zu beklagen, oft werden Fußgänger von den „Colectivos“ erfasst. Die Linien werden von privaten Firmen betrieben, sie erhalten jedoch hohe Zuschüsse vom Staat.

          Nach Angaben der zivilgesellschaftlichen Organisation „Wir kämpfen für das Leben“ kamen in den vergangenen 15 Jahren in Argentinien mehr als 112.000 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben. In den vergangenen Jahren sind die Kontrollen aber verschärft worden, vor allem bei dem alljährlichen Sommer-Exodus an die Küste von Ende Dezember bis Ende Februar. Im Januar habe es 53 Prozent weniger Todesopfer als im gleichen Monat des Vorjahres gegeben, sagte Innenminister Florencio Randazzo.

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