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Hurrikan „Maria“ : Ganz Puerto Rico ohne Strom

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In der puerto-ricanischen Stadt Guayama hat Hurrikan „Maria“ ganze Straßen in Flüsse verwandelt. Bild: Reuters

Hurrikan „Maria“ ist auf Puerto Rico getroffen. Der Wirbelsturm hat das Stromnetz auf der Insel komplett lahmgelegt. Fast dreieinhalb Millionen Menschen sind davon betroffen.

          Der Hurrikan „Maria“ ist in Puerto Rico auf Land getroffen. Er verwüstete nicht nur Städte, flutete Straßen und riss Dächer von Häusern. Wie die Washington Post berichtet, hat der Wirbelsturm am Mittwoch auch das Stromnetz auf der ganzen Insel lahmgelegt. Der Mangel an Energieversorgung betrifft fast dreieinhalb Millionen Menschen. Es ist für Puerto Rico der stärkste Hurrikan seit mehr als 80 Jahren.

          Das Auge des Sturms erreichte am Mittwochmorgen (Ortszeit) den Südosten der Karibikinsel. Dabei wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern gemessen, wie das Nationale Hurrikanzentrum der Vereinigten Staaten (NHC) mitteilte. „Maria“ traf nahe der Stadt Yabucoa als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie auf Land. In ersten Videos und Fotos in den sozialen Netzwerken ist die zerstörerische Kraft des Sturms zu sehen. Meterhohe Sturmfluten verwandelten Straßen in reißende Flüsse, Orkanböen rissen Bäume und Äste aus, sintflutartiger Regen stürzte auf die Gebäude ein.

          Parkplatz am Strand von Puerto Rico

          Der Nationale Wetterdienst rief Sturmflut-Alarm aus. „Das ist ein nie da gewesener Sturm“, sagte Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rossello dem  Sender NBC. „Außerdem ist es ein langsamer Sturm. Er wird für eine Weile in Puerto Rico sein.“ Derzeit zieht „Maria“ südwestlich an der Hauptstadt San Juan vorbei, das Zentrum bewegt sich mit rund 20 Stundenkilometern Richtung Nordwesten. Der Wirbelsturm bringe aktuell Windgeschwindigkeiten von 230 Stundenkilometern mit Böen noch darüber, teilte das amerikanische Hurrikanzentrum mit.

          Der Wetterdienst warnte vor Überschwemmungen, da es weiter regnen werde. Zuletzt stand das Wasser im Hafen von Yabucoa, wo das Auge des Sturms auf die Insel getroffen war, etwa 1,6 Meter über der mittleren Fluthöhe. Rosello warnte davor, dass viele Häuser auf Puerto Rico aus Holz seien. Bei dem gewaltigen Böen und erwarteten Überflutungen hätten diese Häuser „keine Chance“. Insgesamt leben rund 3,5 Millionen Menschen in dem amerikanischen Überseegebiet. „Maria“ soll dem Hurrikanzentrum zufolge bis Mittwochnachmittag (Ortszeit) über Puerto Rico hinweggezogen sein und Kurs auf die Küste der Dominikanischen Republik nehmen.

          Präsident Donald Trump hatte für Puerto Rico bereits den Notstand erklärt, damit möglichst schnell finanzielle und personelle Hilfen aus den Vereinigten Staaten eintreffen können. Die Regierung Puerto Ricos richtete 500 Notunterkünfte auf der ganzen Insel ein. Rossello teilte am frühen Mittwochmorgen auf Twitter mit, dass bislang 10.059 Menschen und 189 Haustiere in den bereitgestellten Unterkünften gezählt worden seien. Der Flughafen der Hauptstadt San Juan sollte geschlossen werden.

          In Gefahr sind alle dreieinhalb Millionen Puerto Ricaner. Meteorologen gehen aber davon aus, dass der Osten der Insel am stärksten von „Maria“ betroffen sein wird. Rettungskräfte sind aufgefordert, sich bei Windgeschwindigkeiten von 80 Kilometern pro Stunde selbst in Sicherheit zu bringen. Trump bezeichnete „Maria“ auf Twitter als „Monster-Hurrikan“. Den Puerto Ricanern sprach er seine Unterstützung aus. „Seid vorsichtig, wir sind mit unseren Herzen bei euch – und werden da sein, um zu helfen.“

          „Wir haben alles verloren“

          Der Sturm hat auf seinem Zug durch die Karibik bereits schwere Verwüstungen auf der Insel Dominica und im französischen Überseegebiet Guadeloupe angerichtet. Auf Dominica knickten Bäume um, Häuser wurden beschädigt und Straßen überflutet. „Wir haben alles verloren, was man mit Geld kaufen und ersetzen kann“, schrieb Premierminister Roosevelt Skerrit auf Facebook und sprach von „großflächiger Zerstörung“. Er fürchte, dass Menschen bei Erdrutschen ernsthaft verletzt oder getötet worden seien.

          In Guadeloupe sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere würden nach einem Schiffbruch immer noch vermisst, berichteten der Sender Franceinfo und andere französische Medien am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf die örtliche Präfektur.



          Hurrikan „Maria“ bedroht karibische Inseln

          Ein Opfer sei am Dienstag von einem umstürzenden Baum erschlagen worden, hieß es. Eine andere Person sei an der Küste gestürzt. Auf Bildern aus Guadeloupe waren zahlreiche umgeknickte Bäume zu sehen. 80 000 Haushalte waren laut Präfektur zunächst ohne Strom.

          Erst kürzlich war Hurrikan „Irma“ durch die Karibik gezogen und hatte unter anderem auf Barbuda sowie im Bundesstaat Florida erhebliche Verwüstungen hinterlassen. Mehrere Menschen kamen ums Leben. In vielen Gebieten dauern die Aufräumarbeiten noch an, während sich die Menschen nun für den nächsten Sturm wappnen müssen.

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