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Fukushima : Arbeiter zurück im Katastrophen-Reaktor

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Roboter PackBot im Inneren des Reaktors Bild: AFP

Erstmals seit dem verheerenden Erdbeben in Japan vor fast zwei Monaten haben Arbeiter wieder Reaktor Eins der beschädigten Atomanlage Fukushima betreten. Sie dürfen höchsten zehn Minuten im Reaktor bleiben.

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          Erstmals nach der Havarie des Atomkraftwerks im japanischen Fukushima haben am Donnerstag wieder Arbeiter ein Reaktorgebäude betreten. Das teilte die japanische Atomenergiebehörde mit. Die Arbeiter sollen sechs Belüftungsmaschinen installieren, die Radioaktivität aus der Luft in dem Gebäude absorbieren sollen. Das teilte der Betreiber Tokyo Electric Power Co. mit. Das werde insgesamt vermutlich vier oder fünf Tage dauern.

          Die Arbeiter sollen einen Filter für die radioaktive Luft einbauen. Die Männer sollen in kleinen Gruppen arbeiten, jede Gruppe soll nur zehn Minuten in dem Reaktor bleiben. Tepco-Sprecher Taisuke Tomikawa erklärte, neue Messungen vom Freitag hätten ergeben, dass die Strahlungswerte Arbeiten in einigen Bereichen zuließen. Noch Mitte April war die Radioaktivität so hoch, dass kein Arbeiter in das Reaktorgebäude hinein konnte. Zuletzt waren die Werte aber etwas gefallen. Trotzdem werden sich die Arbeiter wohl in kurzen Schichten abwechseln. Tomikawa sagte, zwei Arbeiter hätten sich am Donnerstag etwa 25 Minuten in dem Reaktorgebäude aufgehalten. Das Atomkraftwerk Fukushima war beim Erdbeben und dem anschließenden Tsunami schwer beschädigt worden.

          Das Reaktorgebäude war am 12. März bei einer Wasserstoffexplosion schwer beschädigt worden. Die Verringerung der Radioaktivität ist die Voraussetzung dafür, dass das Kühlsystem wieder in Betrieb genommen werden kann, das bei dem Erdbeben vom 11. März und dem nachfolgenden Tsunami ausgefallen war. Tepco will die Arbeiten an dem Kraftwerk in sechs bis neun Monaten abschließen. Die Havarie des Meilers war auf der internationalen Skala auf der höchsten Stufe 7 eingestuft worden - ebenso wie Tschernobyl. Allerdings ist in Fukushima bislang deutlich weniger Radioaktivität in die Umgebung ausgetreten.

          Die Bilder wurden schon am 29. April aufgenommen, doch erst jetzt veröffentlicht

          Bei dem Erdbeben und den anschließenden Tsunami kamen mehr als 25.000 Menschen ums Leben. Wegen des Atomunglücks in Fukushima, bei dem vier der sechs Reaktoren durch Explosionen schwer beschädigt wurden, mussten 80.000 Menschen im Umkreis von 20 Kilometern um die Anlage ihre Häuser verlassen.

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