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Französischer Wetterdienst : „Airbus flog nicht durch extremes Gewitter“

  • Aktualisiert am

Brasilianische Maschine auf dem Flughafen Fernando de Noronha Bild: dpa

Beim Absturz des Airbus herrschte nach Angaben des französischen Wetterdienstes kein außergewöhnlich schweres Unwetter über dem Atlantik. Nichts deute darauf hin, dass die Maschine in ein für den Juni extremes Gewitter geraten sei.

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          Kein Autopilot, falsche Geschwindigkeitsdaten - vor seinem Absturz in den Atlantik hatte der Airbus der Air France am Montag offenbar erhebliche technische Probleme. In den knapp fünf Minuten vor Ende des Kontakts habe die A330 automatisch 24 Fehlermeldungen an das Wartungszentrum von Air France geschickt, erklärte das Pariser Amt zur Ermittlung von Unfallursachen BEA. „Mehrere Systeme waren ausgefallen, darunter der Autopilot“, sagte BEA-Chef Paul-Louis Arslanian am Samstag in Paris. Bei dem Absturz waren 228 Menschen umgekommen.

          Unterdessen bekam die Absturzthese von der extremen Wetterlage am Samstag einen Schlag. Beim Absturz am Montag herrschte nach Angaben des französischen Wetterdienstes kein außergewöhnlich schweres Unwetter über dem Atlantik. Nichts deute darauf hin, dass der Airbus in ein für den Juni extremes Gewitter geraten sei. Das Unwetter auf der Flugstrecke sei für die Jahreszeit überhaupt nicht extrem gewesen, erklärte der Wetterdienst Météo France.

          „Wir wissen nichts“

          Laut Arslanian hat der Bordcomputer der A330-200 den Autopiloten ausgeschaltet, weil die Daten von drei Sonden zur Geschwindigkeitsmessung um 50 Stundenkilometer voneinander abgewichen seien. Ob der Autopilot danach wieder angeschaltet wurde, sei unbekannt, sagte Arslanian. „Wir wissen nichts.“

          Jetzt überprüft das BEA frühere Probleme von Maschinen des Typs Airbus A330 bei der Geschwindigkeitsmessung. Airbus ersetze und verbessere die Sonden, sagte Arslanian. Das heiße nicht, dass diese Flugzeuge ohne eine Verbesserung gefährlich seien. Bei allen Flugzeugmodellen gebe es ständig Veränderungen.

          Bombenanschlag nicht ausgeschlossen

          Einen Bombenanschlag schloss der BEA-Chef nicht völlig aus. Die These sei angesichts der Datenlage aber „nicht sehr kohärent“, sagte er. Aufklärung könnten nur eine Untersuchung der Trümmerteile und vor allem die Auswertung der beiden Flugschreiber bringen.

          Ein französisches Forschungsschiff mit Tauchgeräten, die noch aus 6000 Metern Tiefe Teile bergen können, hält Kurs auf die vermutete Absturzstelle. Außerdem hat Frankreich das Atom-U-Boot „Emeraude“ mit seinen empfindlichen Horch- und Sonargeräten in Marsch gesetzt.

          Obama sagt Sarkozy Hilfe zu

          Die amerikanische Regierung stellte Frankreich zudem hochempfindliches Suchgerät zur Verfügung, das auf zwei Schiffen unterwegs ist. Präsident Barack Obama sagte Präsident Nicolas Sarkozy bei einem Treffen in der Normandie „alle Unterstützung bei der Aufklärung des Unglücks“ zu. „Wir sind entschlossen herauszufinden, was passiert ist, und Frankreich zu unterstützen“, sagte Obama. Es müssten so viel Informationen wie möglich gesammelt werden.

          Das Wrack wird etwa 100 Seemeilen östlich des Mittelatlantischen Rückens vermutet. Dort ist die See mehrere tausend Meter tief. „Wir suchen nicht auf gut Glück“, betonte Arslanian. Dennoch schloss er nicht aus, dass die Flugschreiber vielleicht nie gefunden werden. Die Peilsender könnten sich von den Flugschreibern gelöst haben, sagte er. Ohne diese kleinen Metallzylinder wären die Flugschreiber für immer verloren. Dasselbe gilt, wenn die Flugschreiber in eine der vielen schmalen unterseeischen Felsspalten gerutscht sind. Die Sender können rund einen Monat Signale geben; dann geht ihnen der Strom aus.

          Stammen die Sitze von Drogenkurier-Flugzeug?

          Die brasilianische Luftwaffe ist sich nach wie vor sicher, Wrackteile gesichtet zu haben. Einige sind aber möglicherweise inzwischen im Meer versunken; andere wurden von Strömungen fortgetrieben. Die Orte, wo die Teile gesichtet wurden, seien notiert, versicherte Luftwaffensprecher Ramon Cardoso am Freitagabend in Recife. In Paris kursiert aber die Vermutung, der Flugzeugsitz, den Piloten im Meer gesichtet haben, stamme von einem abgestürzten Drogenkurier-Flugzeug, wie sie zwischen Brasilien und Afrika pendelten.

          Angesichts der schwierigen Suche nach dem Flugschreiber machen sich Fachleute dafür stark, künftig wichtige Daten über ein Satellitensystem direkt an die Fluggesellschaften zu melden. Es sei nicht notwendig, die Flugzeuge groß aufzurüsten, sagte der frühere Vizechef des National Transportation Safety Board, der Untersuchungsbehörde für Flugunfälle in den USA, Robert Francis, dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
          Es reiche, die Software eines bereits existierenden Kommunikationssystems umzuschreiben, und so werde daraus eine Art Online-Black-Box. Das System namens Acars übermittelt dem Wartungspersonal am Boden bereits jetzt Fehlermeldungen. Es wird heute etwa genutzt, um automatische Meldungen vom Flugzeug an die Fluggesellschaft zu verschicken. Die Crews können die Nachrichten aber auch als eine Art SMS nutzen, um etwa mit Bodenbesatzungen zu kommunizieren.

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