Flutwelle in China :
In der U-Bahn ertrunken

Von Friederike Böge, Peking
Lesezeit: 4 Min.
Ein Mann trägt eine Frau durch die Straßen von Zhengzhou.
In der chinesischen Provinzhauptstadt Zhengzhou hat Starkregen zu einer „Jahrtausendflut“ geführt: Es gibt zahlreiche Todesopfer, viele Staudämme sind in Gefahr.

Es gibt nicht viele Orte in China, in denen je innerhalb einer Stunde so viel Niederschlag gemessen wurde wie am Dienstag in der Hauptstadt der Provinz Henan. Zwischen vier und fünf Uhr nachmittags erreichte die Regenmenge in Zhengzhou 202 Millimeter, also 202 Liter pro Quadratmeter. Das ist ein Drittel dessen, was in der Millionenstadt normalerweise in einem ganzen Jahr niedergeht. Es ist zudem mehr Niederschlag als in den am schlimmsten betroffenen deutschen Hochwassergebieten innerhalb eines Tages. Auf den Straßen und in der U-Bahn von Zhengzhou führte der Starkregen zu dramatischen Szenen. Hunderte Fahrgäste steckten vier Stunden lang im Tunnel fest, während das Wasser in ihrem Waggon weiter stieg. Videos von Menschen, denen die braune Brühe bis zur Schulter steht und die sich verängstigt an den Haltegriffen in der U-Bahn festklammern, kursierten am Dienstagabend im Internet und schreckten das ganze Land auf. Die meisten Eingeschlossenen konnten in der Nacht befreit werden. Für mindestens zwölf Fahrgäste kam aber jede Hilfe zu spät.

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