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Nach der Flut in Ahrweiler : Unterspülte Fundamente

Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal: Das Haus der Familie Klees in Ahrweiler. Bild: privat

Die Flut hat auch das Haus der Familie Klees in Ahrweiler zerstört. Wie geht es jetzt weiter? Auftakt zu einer Serie, in der wir Familie Klees regelmäßig zu den Folgen der Flutkatastrophe befragen werden.

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          Josef Klees muss schnell noch jemanden anrufen. Der große Meißel des Stemmhammers ist abgebrochen. „Der Preis ist egal, wir brauchen den Meißel“, sagt er. Schließlich muss der restliche Putz im Haus der Oma von den Wänden. In der Flutnacht liefen der Keller und das Erdgeschoss voll. Genauso wie in seinem eigenen Haus und in dem seiner Schwiegereltern. Niemand von ihnen konnte nach der Katastrophe in Ahrweiler bleiben.

          Tobias Schrörs
          Politikredakteur.

          Die Oma ist in einem Seniorenheim untergebracht, Klees ist mit seiner Frau, den beiden kleinen Kindern und den Schwiegereltern in einer Wohnung auf einem Hof im fünf Kilometer entfernten Karweiler untergekommen. Dort sitzt Klees an einem Spätsommertag im Innenhof und telefoniert, um eines der ungezählten Probleme zu lösen. So gehe das von morgens bis abends, sagt seine Schwiegermutter. Wenig später kommt seine Frau mit den Kindern vom Spielplatz zurück, die Tochter ist drei Jahre, der Sohn ein Jahr alt.

          „Mit Flutrabatt ist das okay“

          Als der Meißelaufsatz kaputtging, war Klees nicht dabei. Einer der freiwilligen Helfer hatte damit gearbeitet. Die meisten freiwilligen Helfer kommen am Wochenende. Und wer, wie Klees, Wasser im Haus stehen hatte, kann auf Helferportalen ein Gesuch einstellen. Im Prinzip, sagt Klees, laufe das dann so ab: „Du nimmst die Helfer morgens in Empfang und weist sie ein, und im Idealfall arbeiten die dann die Aufgabe ab.“

          Die Sache mit dem Meißel konnte Klees schnell regeln. Das ist mittlerweile anderthalb Wochen her. „Zum Glück haben wir in Bad Neuenahr einen Werkzeughändler, der hatte noch so einen Meißelaufsatz“, sagt er. „Ist natürlich teuer, aber mit Flutrabatt ist das okay.“ Inzwischen sind die Entkernungsarbeiten im Haus der Oma weitgehend abgeschlossen. Nur die alte Ölheizung muss noch ausgebaut werden. „So etwas müssen wirklich Profis machen“, sagt Klees. Darum geht es jetzt nicht weiter.

          Seelsorge nach der Flut: Josef Klees im Gespräch mit dem Pastor der Ahrweiler Pfarrkirche St. Laurentius
          Seelsorge nach der Flut: Josef Klees im Gespräch mit dem Pastor der Ahrweiler Pfarrkirche St. Laurentius : Bild: Michael Braunschädel

          In seinem eigenen Haus, das schräg gegenüber vom Haus der Oma liegt, sind auch alle Dinge erledigt, die man selbst beheben kann. Es liegt knapp 600 Meter von der Ahr entfernt. Am vergangenen Montag war ein Gutachter da, wegen der Versicherung. Das Problem beim Haus der jungen Familie: Das Fundament des nicht unterkellerten Teils wurde unterspült. „Wenn alles gut geht, kriegen wir das Haus auf Kosten der Versicherung saniert“, sagt Klees. Für die Immobilie hat er eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, die Teil der Elementarversicherung ist. Der Sachverständige kam zu dem Schluss, dass die Sanierung sehr teuer werden könne, weil das Fundament der nicht unterkellerten Hälfte unterfangen werden müsse. Das heißt, dass es vertieft werden muss, um auf dem aufgeweichten Grund standfest zu sein. „Das ist nicht mehr so standsicher, dass man sagen kann: Das hält die nächste Flut aus“, sagt Klees. Auf das schriftliche Gutachten wird er zwei Wochen warten müssen. „Im allerschlimmsten Fall müssen wir das Haus abreißen und neu bauen.“ Und zwar dann, wenn eine Sanierung teurer wäre als ein Neubau. Das müsse aber die Versicherung entscheiden.

          Jetzt gehe es in kleinen Schritten voran: „Wir warten das Gutachten ab, danach müssen wir Preise einholen für die Sanierung, dann wird ein Vergleichsangebot eingeholt werden müssen für den Neubau.“ Ist er sich sicher, ob ein Haus, ob saniert oder neu gebaut, überhaupt noch dort stehen darf oder ob es besondere Auflagen geben wird? Das weiß er nicht. „Das Thema ist erst Schritt sechs oder acht.“ Ihn und seine Frau beschäftigt zurzeit noch eine ganz andere Frage. Die Tochter geht vorerst in einen Notkindergarten in Karweiler, doch auch für den kleinen Sohn brauchen sie einen Betreuungsplatz. Denn im Oktober will Klees’ Frau wieder arbeiten. Spätestens bis dann muss eine Lösung her.

          In den nächsten Monaten werden wir die Familie Klees regelmäßig zu den Folgen der Flut befragen.

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